Freitagabend gegen 19 Uhr: Die Leitstelle empfängt einen Notruf, es wird ein Brand im Eilsleber Pflegeheim "Haus Elisabeth" mit mehreren Verletzten gemeldet. Die Feuerwehren in Eilsleben und Ummendorf werden alarmiert. Keine zehn Minuten später rücken die ersten Kameraden aus – zur Großübung. Von hier an wird ihr Handeln von einem Expertenteam beobachtet und später ausgewertet.

Eilsleben. Am Ort des Geschehens angekommen, wird das gesamte Objekt mit großen, an der Drehleiter befestigten, Strahlern erleuchtet. Schnell verschaffen sich die Einsatzkräfte einen Überblick und es wird klar: "Wir brauchen noch Unterstützung!" Der so genannte zweite Abmarsch wird angefordert, alsbald machen sich die Wehren aus Wefensleben und Haken-stedt auf den Weg zum Pflegeheim.

Derweil wird vom 500 Meter entfernten Löschteich aus die Wasserversorgung aufgebaut und beginnen die Atemschutzgeräteträger mit der Erkundung des Objekts. Ihre oberste Priorität: Im Haus noch befindliche Menschen und Verletzte schnell und sicher retten, erst danach erfolgt die Brandbekämpfung. Auf Tragen und mit speziellen Rettungsdecken werden die "Bewohner" – allesamt freiwillige Laiendarsteller – ins Freie gebracht, wo die Erstversorgung erfolgt. Wenig später werden sie zum zentralen Sammelplatz in der örtlichen Sporthalle transportiert.

Das Vorgehen der Feuerwehrleute wird genauestens von der Einsatzleitung beäugt. Dazu zählen: Abschnittsleiter Ralf Lange, Gemeindewehrleiter Reinhard Breitfelder, sein Stellvertreter Marko Dörge, Oliver Oelze von der Abteilung Brand- und Katastrophenschutz in der Verwaltung sowie Wolfgang Lewald. Auch Bürgermeister Frank Frenkel macht sich ein Bild von der Lage während der Großübung.

Unter Beobachtung stehen auch etliche "Kleinigkeiten", wie Reinhard Breitfelder erläutert: "Neben Erstversorgung und Brandbekämpfung gehören unter anderem die Lageerkundung, das Arbeiten mit der Brandmeldeanlage im Objekt, die Menschenrettung unter Pressluftatmung, die stabile Wasserversorgung über eine lange Wegstrecke oder das Ausleuchten der Einsatzstelle zu den Zielen der Übung. Die große Anzahl an Verletzten stellt dabei noch eine besondere Herausforderung dar."

Zehn Frauen unter 66 Einsatzkräften

Vier Feuerwehren mit 66 Einsatzkräften waren betei-ligt. Darunter standen auch zehn Frauen "ihren Mann". Insgesamt zogen die Verantwortlichen ein überaus positives Fazit, denn schließlich war die Auswertung der Simulation nicht minder wichtig als die Übung selbst, zeigen sich so doch mögliche Fehlerquellen oder Verbesserungspotenziale. Vor allem sollte auch überprüft werden, ob der Alarmierungsplan für den "Fall der Fälle" so bei der Leitstelle hinterlegt werden kann, wie er für die Übung festgelegt war.

Zu verbessern sei immer etwas, meinte Abschnittsleiter Ralf Lange, schüttete jedoch ein Riesenlob an die Beteiligten aus: "Es ist von der Schadenslage ein sehr anspruchsvolles Objekt, doch ich konnte keine Ausbildungsdefizite feststellen." Reinhard Breitfelder zollte den Wehren Respekt, "dass sie sich an diese schwierige Aufgabe gewagt haben. Es wurden alle beachtet. Bei der Umsetzung gibt es sicher noch einiges zu verbessern. Aber das wird die nächste Übung festigen." Zugleich dankte der Wehrleiter "allen, die an der Vorbereitung der Übung beteiligt waren, sowie den Mitarbeitern des Pflegeheims, die ihre Rolle als Helfer und Verletzte ganz hervorragend gespielt haben."

Anerkennend äußerte sich Frank Frenkel als oberster Dienstherr der Feuerwehrleute: "Ich habe heute eine hochmotivierte Truppe gesehen, die besonnen zu Werke geht. Von der schnellen und kompetenten Rettung der Verwundeten bin ich wirklich begeistert."

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