Klein Wanzlebens Feuerwehrkoch Fred Nowak reicht nach 20 Dienstjahren bei der "Feldküchen-Flotte" das Suppenkellen-Zepter weiter. Sein Nachfolger steht bereits fest. Kamerad Tobias Digulla wird in Zukunft Freds hausgemachte Erbsensuppen-Rezeptur kochen. Den 106 Bewohnern des Klein Wanzleber Pflegeheims bleibt der 61-Jährige als Weißmütze aber weiterhin erhalten.

KleinWanzleben l Wenn Erbsensuppe aus der Feldküche buchstäblich weg geht wie warme Semmeln, dann ist es die von Feuerwehrkoch Fred Nowak. So gesehen und geschehen beim Sommerfest am Sonnabend im Innenhof des Klein Wanzleber Pflegeheims. Hier ist der 61-Jährige seit August 1990 Küchenleiter. Hunderte Portionen seiner hausgemachten Spezialität gibt die Weißmütze zum Mittagstisch an die Bewohner und Festbesucher zu zünftiger Musik aus.

Küchenhilfe Martina Behrndt setzt noch ein heißes Würstchen auf jeden Suppenteller. Fertig zum Servieren. "Das schmeckt so hervorragend", lobt Besucher Hartmut Brose die Hausmannskost mit der Bitte um Nachschlag.

Der sei bei den 170 Litern, die der mit Holz und Kohle befeuerte Kessel an Erbsensuppe fasst, freilich immer ein bisschen mit einkalkuliert, freut sich der Koch und greift erneut beherzt zur Suppenkelle.

Das Kücheninstrument im XXL-Format schwingt er als Feuerwehrkoch seit nunmehr 20 Jahren. Doch mit seinem Jubiläum verlässt er die Feldküchen-Flotte der Zuckerdorfwehr. "Nun ja, die Knochen werden mit den Jahren auch bei mir nicht jünger und mit Blick auf meine erste Knie-OP habe ich mich bereits im Vorjahr nach einem geeigneten Nachfolger umgesehen, damit die Tradition weitergepflegt wird", erklärt der 61-Jährige den Kochmützenwechsel.

Das Kommando über die Feldküchen-Flotte wird künftig Kamerad Tobias Digulla haben. Der 24-Jährige, der in der Seehäuser Hydraulik tätig ist, hat dem gelernten Koch bereits seit Dezember 2012 immer wieder über die Schulter gesehen und kennt die Rezeptur aus dem Eff-Eff. "Nun kann der Nachwuchs übernehmen", sagt Fred Nowak mit Blick auf seine zweite Knie-OP.

Ein Geheimrezept gebe es übrigens nicht. "Feines Gemüse wie Sellerie, Porree, Möhren und Kartoffeln sowie geräuchertes Fleisch bilden die Basis. Auf die Würze und das finale Abschmecken mit Salz, Pfeffer und Majoran kommt es an", berichtet der Klein Wanzleber, der angibt, sich in 20 Feldküchen-Dienstjahren nicht ein einziges Mal im Gewürzregal vergriffen zu haben. "Dass ich eine Suppe komplett versalzen habe, ist mir Gott sei Dank noch nicht passiert", erzählt der Koch, der den 106 Bewohnern des Klein Wanzleber Pflegeheims in dieser Funktion auch weiterhin erhalten bleibt.

Um ihnen und den Tag-der-offenen-Tür-Besuchern das Festmahl direkt aus der Feldküche zur Mittagszeit servieren zu können, hatte der sympathische Feinschmecker die Kanone Sonnabendfrüh bereits um 4.30 Uhr mit Holz und Kohle "befeuern" müssen. "Suppen sind keine schnell gemachten Gerichte", sagt der Koch.

Mittlerweile nennt die Klein Wanzleber Wehr drei solcher mobilen "Gulaschkanonen" ihr Eigen. "Die erste ,Kanone\' hatte damals kurz nach der Wende der Wehrleiter besorgt. Das Schmuckstück aus den 70er Jahren ist noch heute in Betrieb", erzählt der Feuerwehrkoch a.D., dessen Leibspeise, wenn wundert\'s, Suppen sind.

   

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