In Sachsen-Anhalt beginnt in wenigen Tagen wieder die Schule. Weil viele Schüler den Schulweg allein zurücklegen, müssen Autofahrer auf die jüngsten Verkehrsteilnehmer besonders Rücksicht nehmen. Das finden auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die in diesem Jahr wieder die Schulwege sichern wollen.

Oschersleben l Für Klaus Glandien, den Vorsitzenden der Verkehrswacht Oschersleben, ist eines klar: "Eine umfassende Verkehrserziehung kann die Verkehrswacht allein nicht leisten." Wenn am 29. August die Ferien vorbei sind und die Schulzeit beginnt, nehmen wieder zahlreiche Schüler am Berufsverkehr teil. Dazu kommen noch die neuen Grundschüler, die am letzten Augustwochenende eingeschult und vom 2. September an zur Schule gehen werden.

"Die Plakate sind schon wichtig!"

Dorothea Deike, Leiterin der Oschersleber Diesterweg-Grundschule

Von Autofahrern erfordert das besondere Rücksicht. Um sie auf die zahlreichen Grundschüler vorzubereiten, beginnen auch in diesem Jahr Mitglieder der Verkehrswacht sowie Vertreter von Verwaltung und Polizei mit der Aktion "Sicherer Schulanfang". Zu deren Angeboten gehören Schulungen für Kinder und ihre Eltern sowie Banner und Plakate. Die Spruchbänder sollen an Straßen und vor Schulen aufgehängt werden, um auf die jungen Verkehrsteilnehmer aufmerksam zu machen. Vor der Grundschule im Oschers- leber Diesterwegring hängt eines von insgesamt 60 Bannern, die im gesamten Landkreis durch Mitglieder der Verkehrswacht aufgehängt werden.

"Die Plakate sind schon wichtig", findet Schulleiterin Dorothea Deike. "Gerade morgens parken einige Eltern auf dem Zebrastreifen oder auf dem Fußweg, um schnell ihre Kinder zur Schule zu bringen", erklärt sie. Zwar habe sie Verständnis für die Eile, in der viele Eltern sind, gefährlich findet sie das aber trotzdem. Im kommenden Schuljahr werden annähernd 140 Kinder ihre Schule besuchen, davon werden 36 Jungen und Mädchen neu in die erste Klasse kommen.

Von den Bannern allein versprechen sich die Verantwortlichen keinen sicheren Schulweg. So haben Mitglieder der Verkehrswacht besondere Trainingsangebote für Grundschüler und deren Eltern vorgesehen, wenn Grundschulen geschlossen werden müssen und sich dadurch neue Anfahrtswege ergeben. Auch wenn an Schulwegen gebaut wird, werden Kurse zur Verkehrserziehung angeboten. Auf diese Weise werden unter anderem in Völpke Kinder und Eltern auf einen veränderten Schulweg vorbereitet, nennt Klaus Glandien ein Beispiel. Welche Punkte besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, wurde vor wenigen Wochen durch Vertreter von Verkehrswacht und der Sperr- und Unfallkommission des Landkreises Börde geklärt.

Die Verkehrserziehung beginnt indes nicht erst bei den Grundschülern. In den vergangenen Wochen haben die Vertreter der Verkehrswacht auch in Kindergärten ihre Angebote und Schulungen präsentiert. Die Veranstaltungen standen unter dem Motto "Ferienzeit ist Lernzeit".

Die Banner und Plakate werden voraussichtlich bis zum 16.September zu sehen sein, dann sollten sich alle auf die neuen Verkehrsteilnehmer eingestellt haben.

"Besonders wichtige Dienste leisten die Schulwegbegleiter der Kraftverkehrsgesellschaft Börde-Bus", weist Klaus Glandien hin. Deren Einsatz würde vielen Schülern den ersten Weg zur Schule erheblich erleichtern. Außerdem bieten die Mitarbeiter der KVG Börde-Bus eine Busschulung für die Grundschüler an. "Auf diese Weise lernen die Kinder, was ein Toter Winkel ist und wie sehr das Sichtfeld von Lkw-Fahrern eingeschränkt ist."