Sachsen-Anhalt gehört zu den deutschen Bundesländern, die mit am stärksten vom Eichenprozessionsspinner befallen sind. Auch in Oebisfelde gingen in diesem Jahr wieder Mitarbeiter der Kommune auf die Jagd, um die Nester des Schädlings zu vernichten.

Oebisfelde l Die bis zu einem Meter lang werdenden Nester der Raupen, die als Gespinst vorzugsweise in Eichenbäumen hängen, seien von den Raupenjägern abgesaugt worden, wie Hannelore Pieper, Mitarbeiterin im Oebisfelder Ordnungsamt, informierte.

Ausgemacht wurden Baumnester am Wasserwerk, in der Siedlung am Grundstück Nummer 11, in Weddendorf in der Drömlingsstraße 19, am Wassensdorfer Kindergarten "Rabauken" sowie in zwei Bäumen an der Wassensdorfer Badekuhle. Tätig geworden sind die Nestbeseitiger außerdem im Bösdorfer Winkel und in Rätzlingen, in der Nähe der Zahnarztpraxis.

"Wir haben dort eingegriffen, wo Menschen mit den Nestern aufeinandertreffen. Denn an diesen Stellen kann es für die Menschen gefährlich werden. In der freien Natur sind unsere Mitarbeiter hingegen nicht tätig geworden", erläuterte die Amtsmitarbeiterin. Dort seien Warnschilder aufgestellt worden - auf dem Kalkweg vor dem Landhagen und in der Gemarkung Breitenrode, in der Nähe des Mittellandkanals.

Gefährlich werden kann es, wenn sich der Prozessionsspinner im dritten Larvenstadium, insgesamt werden fünf bis sechs Stadien durchlaufen, befindet. Die Haare der Larve können bei Berührung toxische Reaktionen beim Menschen auslösen. Diese führen zu Hautreizungen. Das Einatmen der Haare kann hingegen Husten und Asthma auslösen.

Derartige Fälle sind in diesem Jahr in Oebisfelde beziehungsweise in den Ortsteilen und umliegenden Orten der Einheitsgemeinde allerdings nicht bekannt geworden. Im vergangenen Jahr hat es jedoch einen Fall in Bösdorf gegeben. Dort sind Mädchen und Jungen des Kindergartens bei einem Waldspaziergang mit dem Prozessionsspinner in Kontakt gekommen. Zum Glück ist die Begegnung aber glimpflich abgelaufen.

Eine weitere Ausbreitung des Schädlings in der Region sei nach Meinung Piepers momentan nicht zu erkennen. "Wir liegen ungefähr auf dem gleichen Verbreitungsniveau wie im vergangenen Jahr. Doch das hat nichts zu bedeuten. Der Eichenprozessionsspinner befindet sich auf dem Vormarsch", erklärte Amtsmitarbeiterin Pieper.

Die Anwesenheit des Schädlings bedeutetet auch, dass in seiner gefährlichen Phase weiterhin äußerste Vorsicht angesagt ist. Folgende Vorsichtsmaßnahmen werden daher empfohlen: Grundsätzlich die Befallsgebiete meiden, Hautbereiche schützen, Raupen und Gespinste nicht berühren, sofortiger Kleiderwechsel und duschen mit Haarewaschen nach Kontakt mit Raupen- haaren. Zu verzichten ist außerdem auf Holzernte- oder Pflegemaßnahmen im Wald, solange Raupennester erkennbar sind.

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