Aufgeregt und doch stolz empfingen die Mitarbeiterinnen der Kita "Wichtelland" in Dodendorf kürzlich besondere Gäste. Vor diesen präsentierten die Frauen um Leiterin Katja Vogel die Ergebnisse ihrer Weiterbildung, die sie über 100 Stunden absolvierten.

Dodendorf l Die Dodendorfer waren die Vorreiter in der Gemeinde Sülzetal und somit konnten die Mitarbeiterinnen der Kita "Wichtelland" nun auch als erste ihre Zertifikate in Empfang nehmen. Für sie hatte noch die damalige Sachgebietsleiterin Soziales der Gemeinde Sülzetal, Angelika Winkler, die Aufnahme in das Qualifizierungsprojekt "Kita elementar" beantragt. Darum war auch sie, die in inzwischen ihren Ruhestand genießt, Gast der Zertifikatsübergabe. Gekommen war auch Fred Fedder in Vertretung des amtierenden Bürgermeisters Rudi Wenzel, die heutige Sachgebietsleiterin Soziales, Susann Raila und Dodendorfs Ortsbürgermeisterin Beate Schulze sowie die Vertreter der Elternschaft, Kathrin Huhn und Kristin Theel. Und natürlich darf Kerstin Popp nicht vergessen werden. Die Referentin hat die Erzieherinnen dieser Einrichtung, Katja Vogel, Doreen Wiese, Birgit Kettner Antje Urban und Silke Schalkowski auf ihrem manchmal auch steinigen Weg durch die 100 Stunden Weiterbildung begleitet. Hinter diesen 100 Stunden Weiterbildung verbirgt sich ein landesweites Qualifizierungsprojekt, das exakt als "Projekt zur Verbesserung der vorschulischen Bildung durch die Qualifizierung des Betreuungspersonals" bezeichnet wird. Referenten wie Kerstin Popp kommen dafür in die Kitas, um die Erzieherinnen in die Lage zu versetzen, die Arbeit mit den Kindern zu verbessern. "In der Kita sollen sich die Kinder nicht wohlfühlen, sondern diese soll zugleich ein guter Raum für ihre Selbstfindung sein Mit den Eltern gemeinsam wollen wir mit den Kindern ihre persönlichen Schätze heben und ihnen einen guten Start ins Leben ermöglichen", fasste Kerstin Popp das Ziel der Weiterbildung zusammen.

In den nun beendeten 100 Stunden bekamen die Erzieherinnen auf viele Dinge, die alltäglich waren, einen ganz neuen Blick. Viele kleine Schritte sind in den vergangenen Monaten gegangen worden, um neue Wege im Kita-Alltag zu gehen. Oft waren es ganz simple Dinge: Die Fensterbilder müssen nicht exakt von den Erzieherinnen ausgeschnitten, sie sollen stattdessen von den Kindern gestaltet sein. "Wir begaben uns auf Augenhöhe der Kinder", berichtet Katja Vogel, "und es begann das große Räumen. Wir haben viel Ballast abgeworfen und Platz geschaffen. Gerade im Krippenbereich wurde das sehr deutlich. Aus dem Schlaf- und Sportraum der Kinder wurden etliche Schränke entfernt, die Knirpse haben so viel mehr Platz für Bewegung und Spiel. Doreen Wiese und Katja Vogel, die derzeit die Jüngsten betreuen, haben zudem Erleichterungen für die Kinder in der Eingewöhnung geschaffen. Die Eltern bringen künftig Bettwäsche und ein Handtuch mit, so haben die Kleinen ein Stück von Zuhause. Dazu gehören auch Fotos von Mama und Papa oder Geschwisterkinder. Alles, was die Eltern über die Kita wissen müssen, wird in einem Flyer, ein erster Entwurf wurde während der Präsentation am Montagabend vorgestellt, festgehalten.

Ein großes Thema des 100-Stunden-Programms ist das Beobachten der Kinder und das Dokumentieren ihrer Entwicklung. Dafür haben Silke Schalkowski und Antje Uban ein besonderes System ausgeklügelt. So gibt es einen Karteikasten, in dem sich für jedes Kind eine Karte befindet. Auf diesen Karten, die in den Räumen liegen, können die Beobachtungen, geplante und zufällige, eingetragen werden. Dann wurde für jedes Kind ein Steckbrief entworfen, den es selber, immer zum neuen Lebensjahr, selbst gestalten kann. Dann gibt es noch das Könnerheft. Was die Kinder alles können, können sie dort zum Teil selbst festhalten.

Das Team der Kita "Wichtelland" hat sich ganz deutlich mit dem 100-Stunden-Programm identifiziert und ist stolz auf das Erreichte. Sie freuen sich auf die neuen Herausforderungen. Aber vor allem Leiterin Katja Vogel hat deutlich gemacht, dass ihre Arbeit, die sie alle Fünf jeden Tag mit viel Liebe zum Beruf leisten, an ihre materiellen Grenzen stößt. Es gäbe viele Dinge, die in der Kita einfach fehlen und dafür könnten nicht immer und in jedem Fall Sponsoren oder Eltern einspringen, um sie zu beschaffen.

Derzeit absolvieren in der Gemeinde Sülzetal auch die Kitas Altenweddingen, Osterweddingen und Sülldorf die 100-Stunden-Weiterbildung "Kita elementar".

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