In der Statistik des Oschersleber Schwimmbades wird am Ende der Saison des Jahres 2013 stehen, dass mehr als 20000 Badegäste da waren und dass die Stadt damit etwa 45000 Euro eingenommen hat. Zahlen, die viele Jahre nicht annähernd erreicht worden sind.

Oschersleben l Als Lucia Degenhard im Frühjahr acht Jahre alt geworden ist, hatte sie sich gewünscht, ihren Kindergeburtstag im Sommer im Oschersleber Schwimmbad zu feiern. Und das ist jetzt passiert, nachdem alle ihre Freundinnen aus dem Urlaub zurück waren. Das Wasser hatte gut 20 Grad, die Luft war noch etwas wärmer. Die Kinder hatten gemeinsam mit den Eltern des Geburtstagskindes, Manon und Daniel Degenhardt, sowohl im Wasser als auch auf der Schwimmbad-Freifläche ihren Spaß.

Spaß, den in dieser Badesaison soviel Kinder und Erwachsene wie schon lange nicht mehr im Oschersleber Schwimmbad hatten. Die zuständige Stadtverwaltungsmitarbeiterin Sylvia Frehde geht davon aus, dass am Ende der Saison mehr als 20000 Besucher im Bad gewesen sein werden. Rekordtag war der 19. Juni, als mehr als 1200 Besucher gezählt worden waren. "Die Zahlen von den Schulklassen und Horten werden wir erst am Ende der Saison haben, so dass wir auch dann erst ganz genaue Angaben machen können", sagt Sylvia Frehde, die zudem von etwa 45000 Euro Eintrittsgeld spricht, das in diesem Jahr eingenommen wird.

Das sind Zahlen, die schon viele Jahre nicht erreicht worden sind. Im Vorjahr beispielsweise hatten nur etwas mehr als 13000 Kinder und Erwachsene das Freibad besucht.

Grund für das 2013er Ergebnis ist in den Augen von Sylvia Frehde der heiße Sommer, aber nicht nur. "Ganz sicher hat auch die Bürgerinitiative dazu beigetragen, dass so viele Menschen in das Schwimmbad gekommen sind", so die Stadt-Mitarbeiterin.

Besagte Oschersleber Bürgerinitiative "Rettet das Freibad" hatte dafür gesorgt, dass das Schwimmbad in dieser Saison überhaupt geöffnet wird. Denn der Stadtrat wollte es schließen, hatte das vor dem Hintergrund, in einigen Jahren ein Hallen-Freiluft-Kombinationsbad bauen zu wollen, bereits beschlossen. Was aber die Bürgerinitiative mit Ines Schreinert und Anke Hustedt an der Spitze nicht wahrhaben und nicht zulasssen wollte. Sie hat ein Bürgerbegehren pro Schwimmbad organisiert und dafür mehr als 4800 Unterschriften gesammelt. Weil der Stadtrat das Freibad aber trotzdem schließen wollte, bekamen die Oschersleber die Möglichkeit, per Urnengang direkt zu entscheiden. Das Ergebnis des Bürgerentscheids hatte die Stadt verpflichtet, das Bad weiterhin zu öffnen.

Allerdings hat die Stadt nicht wie in den Jahren zuvor zusätzliche Saisonkräfte eingestellt, sondern lediglich einige "Schülerarbeiter" und Umschüler beschäftigt. Zudem hat die Stadt im Vorfeld der Schwimmbad-Eröffnung einen Arbeits- einsatz organisiert. Bei dem hatten am 14. Mai mehr als 50 Kinder und Erwachsene geholfen, das Schwimmbad für die Saison auf Vordermann zu bringen.

"Uns haben in der Saisonvorbereitung auch Firmen unterstützt, wie auch während der Saison die DRK-Wasserwacht", sagt Sylvia Frehde, die zudem ankündigt, dass die Badesaison auch statistisch ausgewertet werde. Fest würde bereits jetzt stehen, dass etwa genausoviel Kinder wie Erwachsene in das Oschersleber Freibad kommen und dass kaum Jahreskarten, dafür aber reichlich Zehnerkarten gekauft werden. Und Sylvia Frehde kündigt zudem an, dass das Freibad möglicherweise nicht nur bis zum 1. September, sondern weil es im Hallenbad Probleme mit der Elektroanlage gibt, abhängig vom Wetter bis zum 15. September offen bleibt.

So richtig sicher ist sich Sylvia Frehde allerdings nicht, was in den nächsten Jahren mit dem Schwimmbad wird. "Seitens der Verwaltung planen wir derzeit die Öffnung bis einschließlich 2016, aber ich denke der Stadtrat wird sich in einer der nächsten Sitzungen mit diesem Thema beschäftigen."

"Für mich ist die Rechtslage nach dem Bürgerentscheid so, dass das Freibad so lange geöffnet werden muss, bis das geplante Kombibad zur Verfügung steht", sagt Anke Hustedt von der Bürgerinitiative, für die die Besucherzahlen dieser Saison Ausdruck dafür sind, "dass die Oschersleber ihr Freibad behalten wollen, so lange es keinen Ersatz gibt".