Zweimal brannte es in dieser Woche an der Kreisstraße zwischen Hamersleben und Hornhausen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um ein und denselben Täter handelt. Er soll bereits im Oktober zweimal gezündelt haben.

Hamersleben / Hornhausen. Mit einem Feuer hatten insgesamt 31 Feuerwehrleute am späten Mittwochabend zwischen Hornhausen und Hamersleben bis in die Nacht um 0:30 Uhr zu tun. Etwa 200 Altreifen standen an der Kreisstraße in der Nähe eines Silos in Flammen. Mit Schaum wurde der Brand von Feuerwehrleuten aus Hamersleben, Ausleben und Wulferstedt gelöscht. Gleich am Folgeabend ging ein weiteres Mal der Alarm bei den Wehren in Hamersleben und Ausleben los. Wieder wurden die Feuerwehrleute zwischen Hamersleben und Hornhausen gebraucht. Seit Mitte Oktober war es das vierte Mal, dass sie dort Schlimmeres verhindern konnten.

"Wir gehen von Brandstiftung aus und vermuten, dass es immer derselbe Täter ist. Wir stecken mitten in den Ermittlungen", hieß es dazu gestern auf Nachfrage von Polizeisprecher Joachim Albrecht. "Wir arbeiten mit kriminalistischer Akribie und greifen nach jedem Strohhalm." Ermittelt werde in alle Richtungen, um den Feuerteufel dingfest zu machen.

Die Polizei bittet dafür um Hinweise. "Hat jemand gesehen, dass zum Beispiel ein Auto zu Unzeiten in diese Richtung gefahren ist?", fragt Joachim Albrecht die Öffentlichkeit. Die Brände waren alle nachts oder am späten Abend. Im vergangenen Monat waren die Feuerwehren am 14. und 15. Oktober im Einsatz.

Deren Einsatzstatistik wird durch diese Fälle beeinflusst, so dass sich die Feuerwehrleute mehr als gewöhnlich manche Nacht mit einem Löscheinsatz um die Ohren schlagen. "Im Durchschnitt haben wir sonst etwa fünf Einsätze pro Jahr", sagte zum Beispiel Hamerslebens Wehrleiter Axel Dobritz auf Volksstimme-Anfrage. Schon jetzt sind es für 2010 mehr. "Das kommt durch die Reifenbrände", ist er sicher.

"Es ist ein arbeitsreiches Jahr"

"Es ist ein arbeitsreiches Jahr", berichtet auch Auslebens Feuerwehrchef Clemens Köhler mit Blick auf die Zahlen. Seine Wehr muss pro Jahr durchschnittlich 30 bis 40 Mal ausrücken. Ausschläge nach oben oder unten kommen vor. So sei das vergangene Jahr ruhig verlaufen, mit 22 Einsätzen. Im Jahr 2007 waren es durch den Sturm "Kyrill" dagegen 68. In diesem Jahr sind die Feuerwehrleute schon 44 Mal alarmiert worden – jedes Mal auch zu den Reifenbränden.

In die Statistik der Ausleber Wehr spielen auch zwei Brände von Strohballen aus den Sommermonaten hinein. In diesen Fällen ermittelt die Polizei laut Sprecher Albrecht ebenso wegen Brandstiftung. Ob ein Zusammenhang zur aktuellen Brandserie besteht, sei allerdings völlig offen.

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