In bewährter Manier haben die Altenweddinger Landfrauen auch in diesem Jahr eine Erntekrone gebunden. Mit dieser werden die Frauen am Erntekronenwettbewerb im Rahmen des Landeserntedankfestes im Magdeburger Elbauenpark teilnehmen. Im vergangenen Jahr gewannen die Frauen aus dem Bördedorf diesen Wettbewerb.

Altenweddingen l In besonderer, aber nicht geheimer Mission haben sich in diesen Tagen die Altenweddinger Landfrauen getroffen. Sie beendeten gemeinsam, was von langer Hand und sehr akribisch vorbereitet war: Sie banden die Erntekrone des Jahrgangs 2013. Dafür trafen sich Dorothea Ebert, Inge Braumann, Ursula Henze, Irmgard Grubbe, Ruth Meilicke, Inge Goyer, Helga Germer, Christa Leuchtmann, Margot Arnold, Christine Kirchhof auf dem Stroh- und Heuboden von Vereinschefin Magdalene Holzhausen.

Während unten im Stall die Kühe gemolken wurden, banden die Landfrauen Sträußchen um Sträußchen, die wiederum von Magdalene Holzhausen auf dem Gestell für die Erntekrone befestigt wurden. Das muss so passieren, dass die Drähte nicht zu sehen sind. "Die Krone muss von allen Seiten, von oben wie unten, gut und sauber gebunden aussehen", erklärt die Vereinschefin. Zugleich muss sie feststellen, dass ihr beim Binden des Weizenstranges ein Fehler unterlaufen ist: Alles muss wieder ab und das Binden beginnt von vorn.

Den richtigen Zeitpunkt des Schneidens abpassen

Die Frauen werden wohl am Ende um die 1000 kleine Sträuße gebunden haben. Sträuße aus Triticale (eine Mischung/Züchtung aus Roggen und Weizen, die ein besonderes Mehl für Gebäck hervorbringt), Hafer, Gerste und Weizen. Für diese vier Getreidesorten haben sich die Altenweddinger Landfrauen beim Binden ihrer Erntekrone entschieden. "Es ist heute gar nicht so einfach, einen Bauern zu finden, der noch Hafer anbaut. Wir haben hier mit Bauer Weißkopf Glück, der für seine Pferde den Hafer braucht", berichtet Magdalene Holzhausen. Die Frauen erzählen weiter, dass sie für ihre Erntekrone gutes Getreide schneiden konnten. "Wir haben nach einem genauen Zeitplan den richtigen Zeitpunkt abgepasst. Die Ähren dürfen nicht zu reif sein, dann fällt das Getreide aus. Zu unreif, also noch grün - darf auch nicht sein - noch grünes Getreide darf nicht verarbeitet werden", ist von den Altenweddinger Landfrauen weiter zu erfahren.

Während des Bindens der vielen kleinen Sträuße, aus denen die Erntekrone besteht, macht so manche Anekdote die Runde. Erinnerungen werden ausgetauscht. Das Gros der Frauen kennt noch die Zeiten, als mit dem letzten Erntefuder stets die Erntekrone ins Dorf gefahren wurde.

Die Altenweddinger Landfrauen sind bescheiden. Haben sie im vergangenen Jahr mit der 14. Erntekrone, die sie zum Landeserntedankfest im Magdeburger Elbauenpark eingereicht hatten, den Sieg im Erntekronenwettbewerb errungen, so würden sie sich für dieses Jahr freuen, wieder ganz vorn mit dabei zu sein. Sie allein wissen, wie viel Mühe, Arbeit und eine gehörige Portion Ehrgeiz in der Erntekrone 2013 steckt. Andererseits haben sie beim Binden viel gemeinsame Freude. Für alle Mühe haben sie sich in diesen Tagen mit einem leckeren, frisch gebackenen Kuchen belohnt.

Ob das Binden der Altenweddinger Erntekrone erneut von Erfolg gekrönt ist, wird am 21. und 22. September feststehen. An diesem Wochenende findet im Elbauenpark erneut das Landeserntedankfest mit Erntekronewettbewerb statt.

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