Rund 650 Jugendliche aus dem ganzen Landkreis sind gestern beim Präventionstag "Sport gegen Gewalt und Drogen" in Haldensleben an den Start gegangen. Im SWH-Waldstadion stellten sie ihr Geschick in den verschiedenen Disziplinen unter Beweis - zum Beispiel im Staffellauf, Tauziehen und Sumo-Ringen.

Haldensleben l "Wer Sport treibt, macht nichts kaputt": Mit diesen Worten umschreibt Torsten Winkelmann, erster Vizepräsident des Kreissportbundes Börde (KSB), das Ziel des Präventionstages. "Spaß und sportlicher Erfolg stehen im Vordergrund", ergänzt Jörg Gebur, der Leiter des Polizeireviers Börde in Haldensleben. "Wir möchten das Selbstwertgefühl der Jugendlichen steigern, damit sie nicht auf Drogen und Gewalt ausweichen."

Um gleichzeitig das Miteinander zu fördern, standen beim Präventionstag die Mannschaftssportarten im Vordergrund. Den Auftakt bildete ein Staffellauf. Darüber hinaus gab es ein Fußball- und ein Volleyballturnier. Tauziehen, Torwandschießen, Kistenklettern und Sumo-Ringen standen ebenfalls auf dem Programm. Mithilfe eines Simulators konnten die Teilnehmer sogar einen Ruderwettkampf austragen. Der Präventionstag ist eine gemeinsame Veranstaltung von KSB und Polizei. Die Einladung dazu ließen sich rund 650 Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren nicht entgehen. Sie kamen von 13 Schulen aus dem gesamten Gebiet des Landkreises Börde. "Es ist wichtig, dass die ganze Familie Sport lebt", betont Torsten Winkelmann. "Da sind die Schulen für uns wichtige Partner."

Der Präventionstag findet seit zwölf Jahren statt. Gerade für den KSB bedeute er jedoch eine zunehmende Herausforderung. Grund dafür seien die sogenannten Ein-Euro-Jobber, von denen immer weniger zur Verfügung stünden.

"Wir kümmern uns in unserer Arbeitszeit um den Präventionstag. Aber der Kreissportbund arbeitet hauptsächlich ehrenamtlich", verdeutlicht Jörg Gebur. Dort verteilen sich die einzelnen Aufgaben laut Torsten Winkelmann jetzt auf deutlich weniger Schultern. Deshalb gebühre den Ehrenamtlichen großer Dank. "Der Präventionstag wurde Anfang des Jahres bei uns intern in Frage gestellt", erklärt der erste Vizepräsident. "Aber wir haben uns gedacht: Wenn wir es jetzt einstampfen, würden wir es nie wieder hinkriegen. Außerdem möchten wir weiter etwas für die Jugendlichen tun."

Der Erfolge zeige, dass dies die richtige Entscheidung gewesen sei. "Wir erfahren einen großen Zuspruch durch die Schulen. Das ist ein Ansporn für uns", so Winkelmann. "Außerdem zeigt der hochrangige Besuch, dass das Ansehen der Veranstaltung hoch ist", verdeutlicht Jörg Gebur. So nahmen an der Eröffnung unter anderem Landrat Hans Walker, Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler teil - und Sachsen-Anhalts Minister für Inneres und Sport, Holger Stahlknecht, der zugleich Schirmherr des Präventionstages ist. Nach einer kurzen Begrüßung übergab Holger Stahlknecht einen Fördermittelbescheid über 273 000 Euro an Norbert Eichler. Das Geld ist für die Sanierung der Sporthalle an der Zollstraße gedacht. Diese soll künftig barrierefrei sein. Weiterhin sollen Umkleide- und Sanitärbereich ausgebaut werden.

Hermann Ortlepp erhielt darüber hinaus von Jan Hoffmann, dem Fachwart Rollkunstlauf im Rollsportverband Sachsen-Anhalt, die Ehrennadel im Gold überreicht. Über das sportliche Angebot hinaus waren zahlreiche Einrichtungen und Institutionen mit Info-Ständen und Aktionen vor Ort. Dazu gehörten unter anderem die Bundespolizei, das Technische Hilfswerk, das Technische Polizeiamt, die Fachhochschule Polizei, das Landeskriminalamt, das Deutsche Rote Kreuz, der Weiße Ring sowie die Bundeswehr und die Drogen- und Suchtberatung des Paritätischen.

Der Präventionstag fand zum wiederholten Mal im Haldensleber Waldstadion statt, weil dieses "beste Bedingungen" biete. Das liege nicht zuletzt an der großzügigen Tribüne, sondern auch an den parallelen Sportplätzen, auf denen sich zahlreiche Wettbewerbe gleichzeitig austragen ließen. "Für so eine Veranstaltung ist es das beste Stadion in ganz Sachsen-Anhalt", lobte Torsten Winkelmann.

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