Dreifach donnert es alljährlich am 11.11. um kurz nach elf über den Rathausplatz, das "Harbke, Helau!". Nicht anders am Donnerstag: Die Wirbkenarren, beseelt vom Wetterglück, starteten mit Kanonenschlag und Konfettiregen, mit Gesang und Gratisbier durch in die fünfte Jahreszeit.

Harbke. Nicht das Unwichtigste für den feierlich-heiteren Karnevalsauftakt: Es blieb trocken. "Klärchen" tat den Narren sogar den Gefallen und blitzte ab und zu durch die Wolkendecke. Die novembertypischen Temperaturen vermochte aber auch sie nicht auszublenden – was also macht der Harbker Jeck? Genau, er schunkelt sich einfach schon vorher warm. HCV-Präsident Frank Koch und sein Adjutant Karsten Wentzlaff, zu Faschingszeiten besser bekannt als die "Wirbkespatzen", sorgten in gewohnt amüsanter Manier für die äußere wie auch die innere Wärme. Punkt 11.11 Uhr zündete der Knall aus der Kanone, und es begann zu regnen – bunte Papierschnipsel. Die verrückte Jahreszeit, sie hatte begonnen!

Zeremonienmeister Ralf Harensa gab am Straßenrand acht, dass niemand von den vorbeifahrenden Fahrzeugen gefährdet wird, immerhin umringten gut hundert Schaulustige, darunter auch wieder die Jungen und Mädchen der hiesigen Grundschule, das Rathaus. Derweil stellten Koch und Wentzlaff die Prinzenpaare vor. "Tollitäten" in Harbke sind für die nächsten vier Monate Birka Kreibisch und Patric Hoche bei den Erwachsenen sowie Sophie Buske und Alexander Prüße bei den Kindern. Alle vier erhielten – ganz nach Protokoll – den HCV-Orden. Damit war die Zeremonie jedoch noch nicht vollendet. Was zur totalen Regentschaft fehlte, war der Gemeindeschlüssel. Den händigte Bürgermeister Werner Müller aus, nachdem er lautstark aus dem Rathaus herauszitiert worden war. Entschädigt wurde er mit einem Elferpack Wangenküsschen von Prinzessin Birka I.

Das Ortsoberhaupt sicherte dem Verein für die kommende Session Unterstützung seitens der Gemeinde zu und überraschte zudem mit einem besonderen Aufruf: "Ihr solltet nicht nur feiern, sondern auch an die Fortpflanzung denken. Das macht sich doch ganz einfach in der närrischen Zeit." Müller spielte damit auf die Grundschulsituation in der Oberen Aller an.

Für den HCV heißt es nun, sich gezielt auf die Prunksitzungen vorzubereiten, die ab Januar für Furore beim Partyvolk sorgen sollen (siehe Infokasten). Zuvor wird noch Schützenhilfe bei den närrischen Nachbarn geleistet: Die Eilsleber Karnevals Gesellschaft (EKG) begeht am kommenden Wochenende ihr Schnapszahl-Jubiläum und fährt zum 55. ein großes Programm mit Festumzug und Tanzabend auf.

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