Seit dem 28. Oktober leitet Oberst Michael Matz das Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Colbitz-Letzlinger Heide. Burkhard Steffen unterhielt sich mit Oberst Matz.

Volksstimme: Können Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen?

Oberst Michael Matz: Ich bin 51 Jahre alt, verheiratet, habe zwei Söhne, die 13 und 19 Jahre alt sind und wohne in Bremen. Im Jahr 1979 trat ich beim Jägerbataillon 381 in Flensburg in die Bundeswehr ein.

Volksstimme: Wie sind Ihre ersten Eindrücke hier in Letzlingen?

Oberst Michael Matz: Ich fühle mich so, als ob ich schon lange hier bin. Das liegt sicherlich daran, dass ich im vergangenen Jahr dreimal mit meiner bisherigen Einheit zu Übungsdurchgängen im Gefechts-übungszentrum hier in Letzlingen gewesen bin. Die modernste militärische Ausbildungseinrichtung in Europa ist mir also nicht fremd.

Volksstimme: Hatten Sie in ihrer Zeit bei der Bundeswehr schon einen Dienstposten in Sachsen-Anhalt?

Oberst Michael Matz: Nein, ich kenne Sachsen-Anhalt noch gar nicht. Umso mehr freue ich mich auf die freien Wochenenden, um möglichst viel von Land und Leuten kennenzulernen.

Volksstimme: Welchen Stellenwert hat das Gefechts-übungszentrum des Heeres innerhalb der Bundeswehr?

Oberst Michael Matz: Große Teile des Heeres kommen nach Letzlingen, um hier zu üben. Mit dem Namen Letzlingen verbinden sie eine sehr professionelle Ausbildung. Hier gibt es Top-Bedingungen. Letzlingen ist nicht nur die modernste Ausbildungs- und Übungseinrichtung der Bundeswehr, sondern hier gibt es auch eine ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem industriellen Dienstleister.

Partnerschaften sollen gepflegt und ausgebaut werden

Volksstimme: Wird es unter Ihrer Leitung Änderungen im Gefechtsübungszentrum geben?

Oberst Michael Matz: Nein, ich werde am bewährten Konzept festhalten. Wir werden allerdings die Erfahrungen aus den Auslandseinsätzen noch stärker bei der Ausbildung berücksichtigen. So setzen wir zunehmend Ausbilder mit Einsatzerfahrungen ein. Das Gefechtsübungszentrum Heer und sein Personal sind in der Lage, schnell und flexibel auf notwendige Änderungen zu reagieren.

Volksstimme: Sie waren selbst im Afghanistan-Einsatz?

Oberst Michael Matz: Ich war sieben Monate bei der Quick Reaction Force im Einsatz. Dabei habe ich das gesamte Einsatzgebiet der Bundeswehr in Afghanistan kennengelernt und auch die Gefahren für unsere Soldaten. Ich bin sicherlich der erste deutsche Oberst, der nach 1945 unter Mörserbeschuss geraten ist.

Volksstimme: Werden die Patenschaften zwischen dem Gefechtsübungszentrum und Kommunen der Region beibehalten?

Oberst Michael Matz: Ich sagte schon, ich will an Bewährtem festhalten. Die Partnerschaften, beispielsweise mit der Kreisstadt Haldensleben oder unserer 3. Kompanie mit der Gemeinde Colbitz sollen gepflegt und weiter ausgebaut werden.

Volksstimme: Ihr Vorgänger, Oberst Gerd Kropf, hat ein System der kontrollierten Öffnung des Truppenübungsplatzes eingerichtet. Bleibt es dabei?

Oberst Michael Matz: Alle diesbezüglich getroffenen Regelungen bleiben ausdrücklich bestehen.