Zwischen Harbke und Drackenstedt wurde vorige Woche in den meisten Obere-Aller-Gemeinden das Fest des Heiligen Martin gefeiert – allerorten mit Martinsgeschichte, Laternenumzug und geselligem Beisammensein. Drackenstedt machte am Freitagabend den Abschluss.

Drackenstedt. Nicht allein für die Karnevalisten landauf, landab ist der 11. November als feierlicher Tag gebucht. Die Kirchengemeinden würdigen rund um diesen Tag alljährlich den Heiligen Martin von Tours, dessen Barmherzigkeit und Mildtat mit allerlei Bräuchen gedacht wird. Was es mit der Legende um geläuterten Kriegsherrn, der zum Bischof aufstieg, auf sich hat, wird gern mit einem kleinen Theaterstück und der bekannten Szene verdeutlicht: der Reitersmann teilt seinen Mantel mit dem Schwert und erbarmt sich eines frierenden Bettlers.

In Drackenstedt wurde die Geschichte nicht aufgeführt, sondern in Bildern erzählt. Pfarrerin Renate Hirschligau erläuterte in der Kirche anhand von Dias das Wirken des Martin. Auch stimmte man sich mit Liedern auf den weiteren Abend ein. Auf dem Kirchplatz sammelten sich dann zahlreiche Einwohner und Gäste aus umliegenden Orten sowie der Spielmannszug der Druxberger Feuerwehr zum Martinsumzug.

Stilecht wurde der vom Martinsreiter, bzw. in diesem Fall einer Reiterin, angeführt. Die 14-jährige Oschersleberin Julia Jackowicz vom Reitverein Bergen ritt auf Goldmähne voran, musste ihr ungeduldiges Pferd jedoch noch einige Minuten zügeln, da der kräftig böige Wind das Entzünden der Fackeln erschwerte. Tierisch ging es auch in zweiter Reihe zu: die Brüder Raphael und Jona Hochbaum sowie Jesko Aeikens wechselten sich beim Scheiben der Martinsgans ab.

Mit schwungvoller Marschmusik zog die Schar schließlich durchs Dorf, ließ sich selbst vom einsetzenden Regen nicht schrecken und genoss hernach Grillwurst und Glühwein am Stand der Landfrauen. Diese werden den Erlös des Abend abermals dem örtlichen Kindergarten als Spende zur Verfügung stellen, wie Vorsitzende Annegret Limburg ankündigte.

 

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