Der Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte der Kassenärztlichen Vereinigung im Altkreis Wanzleben hat sich zum 1. Oktober geändert. Aus fünf Arztbereichen ist nur noch einer geworden. Einwohner bemängeln an der neuen Struktur unter anderem, dass sich die Wege zum diensthabenden Arzt erheblich verlängert haben. Volksstimme sprach über die neue Organisation mit Dr. Thomas Kluge, Kreisstellensprecher Wanzleben der Kassenärztlichen Vereinigung.

Landkreis Börde. Die zum 1. Oktober in Kraft getretene Neuordnung der Arztbereitschaft im Altkreis Wanzleben hat unter der Bevölkerung zu einigen Fragen geführt. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt hatte verfügt, dass es für den gesamten Bereich nur noch einen diensthabenden Arzt gibt.

Aus den ehemaligen Arzt-Bereichen Obere Aller 1, Wanzleben 1, 2, 3, 4 und 5 wurde der Arztbereich Wanzleben.

Volksstimme-Leser Erwin Mühlberg aus Kleinalsleben hatte kritisiert, dass sich durch den neuen Bereich die Wege der Patienten zum diensthabenden Arzt erheblich verlängern. Georg Konrad aus Wefensleben bemängelte, dass bei der Veröffentlichung der Bereitschaftsdienste in der Volksstimme nicht mehr genannt wird, woher der diensthabende Arzt kommt. "Wenn ich weiß, dass der Arzt aus Altenweddingen kommt, fahre ich gleich nach Helmstedt. In einer alternden Gesellschaft kann man sich doch derartige Bereitschaften nicht leisten, hier hängen Menschenleben dran, das grenzt ja schon an unterlassene Hilfeleistung", sagte unser Leser.

Volksstimme sprach mit Dr. Thomas Kluge, dem Kreisstellensprecher Wanzleben der Kassenärztlichen Vereinigung, über die Kritikpunkte. Dass die Adresse des diensthabenden Arztes nicht mehr in der Volksstimme veröffentlicht wird, gehe auf eine Entscheidung der Mediziner zurück. Oftmals hätten die Patienten vor den Grundstücken der Mediziner gestanden, was die Ärzte nicht mehr wollten. "Es reicht doch aus, wenn die Telefonnummer des diensthabenden Kollegen veröffentlicht wird", sagte Dr. Kluge. Auch könne der Patient im Notfall immer die Leitstelle des Landkreises Börde in Haldensleben anrufen, um dort zu erfragen, welcher Arzt Dienst habe. Auch habe die Leitstelle stets die Adresse der Ärzte. Dr. Kluge kündigte zudem an, dass die Kassenärztliche Vereinigung in der Zukunft plane, nur noch eine zentrale Rufnummer für den Arztbereitschaftsdienst zu schalten. Diese Umstellung sei deutschlandweit geplant.

Zu den weiteren Wegen, die die Patienten jetzt nach der Neuordnung des Wanzleber Bereiches zum diensthabenden Arzt fahren müssten, sagte Dr. Kluge, dass das bei "Husten, Schnupfen und Heiserkeit durchaus zumutbar ist". Leide der Patient an schwerwiegenderen Krankheiten wie Herz- oder Schlaganfall könne über die Notrufnummer 112 jederzeit ein Notarzt angefordert werden. Der Notarzt würde jeden Ort des Kreises in der vorgeschriebenen Zeit erreichen, so dass dem Kranken geholfen werden könne.

Die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung, den Arztbereich größer zu fassen, gehe nach den Worten von Dr. Kluge auch darauf zurück, dass es zu viele Dienste für zu wenige Kollegen gewesen seien.