Im Zaun des Wanzleber Bördestadions klaffen gleich mehrere Lücken. Zwei bereits Ende 2009 eingefasste Eckpfeiler liegen samt Betonfuß im Gras. Ein Torflügel des Eingangstors in Höhe der Cross-Strecke liegt ebenfalls im Grünen. Die nachfolgende Toreinfahrt zum Stadion steht zudem sperrangelweit offen. Waren hier erneut Metalldiebe am Werk, die beim Abtransport des demontierten Diebesgutes gestört wurden?

Wanzleben. Bauamtsleiter Olaf Küpper klärt auf, dass es nicht das Werk von Buntmetalldieben ist. Er sagte auf Volksstimme-Nachfrage, dass der neue Zaun des Bördestadions im Bereich der Cross-Strecke offen steht, weil Teile aus der Umzäunung für eine provisorische Zufahrt herausgenommen worden waren. Dies sei der Stadtverwaltung bekannt und soll bereits seit dem Stadt- und Vereinsfest im September so sein.

Er bestätigte auch die Beobachtungen von Anliegern, die mitgeteilt hatten, dass das Bördestadiongelände im Zuge der Vorbereitung für den Stadt- und Vereinsfestaufbau von einem Tieflader befahren worden sei. Und genau für die Zufahrt des Tiefladers sei an dieser Stelle eine Lücke im Zaun geschaffen worden, berichtet Küpper. "Wer das allerdings genehmigt hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Der Tieflader hat an dieser Stelle wohl nicht durchs Tor gepasst. Kein Wunder, schließlich sind die Einfahrten ja auch nicht für Tiefladermaße ausgelegt." Die offenen Stellen im Zaun sollen aber noch in diesem Jahr repariert werden, sagte Küpper zu.

Die letzten Reparaturarbeiten gab es hier erst vor einem Jahr. Allerdings aus einem völlig anderen Grund. Denn noch bevor vor knapp einem Jahr der neue Zaun um das sanierte Gelände geschlossen werden konnte, hatten Unbekannte bereits 48 in Beton eingefasste Pfosten im Bereich der Kugelstoßanlage auf einer Strecke von 120 Metern herausgebrochen.

Das aktuelle Bild von den im Gras liegenden Pfeilern erinnert daran, wie die Täter im November 2009 die Pfeiler gewaltsam teilweise samt dem ausgehärteten Beton aus dem Boden gerissen hatten. Die Übeltäter wurden nie gefasst.

Im Zuge der Arbeiten entschied die Stadtverwaltung danach, aus Sicherheitsgründen auch die neue Fahrrad-Cross-Strecke mit einzuzäunen, um die für rund 15 000 Euro neu angelegte Freizeitanlage, die laut Bauamtsleiter Olaf Küpper übrigens 2011 für Fahrradfahrer freigegeben werden soll, vor Zerstörungsattacken zu schützen.

Ein Grund für die Umfriedungsmaßnahme des Bördestadions waren die hier immer wieder auftretenden Vandalismusschäden, die mit der Umzäunung verhindert werden sollten.

Nach der ersten Beschädigung des Zauns Ende vergangenen Jahres hatte der Geschäftsführer der ausführenden Oschersleber Metallbaufirma Frank Groer den entstandenen Schaden auf 1500 Euro geschätzt. "Den wird uns leider niemand ersetzen", hatte der Geschäftsführer gesagt, da die Anzeige gegen unbekannt lautete.

Wer die in diesem Jahr anfallenden Kosten für die Zaunreparatur bezahlen wird, darüber konnte Küpper gestern noch keine Auskunft geben.

 

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