Der Streit zwischen der Stadt Oschersleben und dem Landkreis Börde über den Ausbau der Puschkin-Schule mit den Grund- und Sekundarschulbereichen ist beigelegt. Landrat Thomas Webel (CDU) und Bürgermeister Dieter Klenke (parteilos) einigten sich auf eine Lösung, mit der beide Seiten leben können.

Oschersleben. "Jetzt können Sie sagen, darauf hätten wir schon früher kommen können. Manche Dinge müssen eben erst reifen", sagte am Mittwoch- abend Joachim Hoeft, Bildungsdezernent der Kreisverwaltung in Haldensleben, im Rathaus zu den Oschersleber Stadträten und den Besuchern der Ratssitzung. Er meinte damit den Kompromiss, den Stadt und Kreis beim Ausbau der Puschkin-Schule mit den Grundschul- und Sekundarschulbereichen gefunden haben. Damit scheint der Ausbau der gesam-ten Schule gesichert zu sein.

Im Kern sieht der ausgehandelte Plan vor, dass das Schulgebäude vertikal in zwei abgeschlossene Bereiche mit zwei Eingängen geteilt werden soll. Die linke Hälfte bekommt die Sekundarschule, die rechte die Grundschule mit Hort und Aula. Zudem übernimmt die Sekundarschule den Trakt für den Werkunterricht und will dahinter einen Neubau hochziehen. In diesem Neubau sollen die Fachkabinette der Sekundarschule ihren Platz bekommen.

"Die Variante stellt in Anbetracht der Haushaltslage der Stadt Oschersleben und der zeitlichen Zwänge des Landkreises hinsichtlich der Verwendung der Fördermittel eine Lösung für die Gesamtproblematik dar", heißt es im Protokoll, das Webel und Klenke unterzeichnet hatten.

Hoeft machte deutlich, beide Schulträger, Stadt und Kreis, würden für ihren jeweiligen Teil verantwortlich sein und entsprechend die Eigentumsfragen klären. Der Kreis sei somit in der Lage, den Sekundarschulbereich für insgesamt 4,95 Millionen Euro, davon 4,16 Millionen Fördergelder der Europäischen Union, herzurichten. Die Stadt könne ihren dritten Grundschulstandort in der Bodestadt erhalten.

Jedoch sei derzeit nach den Worten von Hoeft nicht erkennbar, dass die Stadt eine zeitnahe Lösung hinsichtlich der Finanzierbarkeit finden werde. "Es muss alles finanzierbar sein", verdeutlichte der Dezernent. Er machte der Stadt aber Hoffnung und sagte: "Die zukünftige Haushaltsplanung einschließlich der Aufstellung eines Haushaltskonsolidierungskonzeptes hat so zu erfolgen, dass keine kommunalaufsichtliche Beanstandung der Beschlüsse erfolgt." Das heißt, der Stadtrat bleibt seinem Beschluss treu, die Puschkin-Grundschule zieht nicht aus dem Gebäude aus, und die Puschkin-Sekundarschule kann vom Kreis ausgebaut werden. Beide Schulformen bleiben also unter einem Dach.

Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke schätzte gestern gegenüber der Volksstimme ein, dass der Ausbau der Puschkin-Grundschule ab 2013 beginnen könne. Die Sanierung werde etwa eine Million Euro kosten, wobei die Stadt 300 000 Euro vom Kreis für das Werkgebäude sowie den Grund und Boden einnehme und dafür verwende. Klenke sprach zudem von einer "kleinen Kreditaufnahme", die die Kommunalaufsicht wohl genehmigen werde. Während die Stadt die Puschkin-Grundschule ausbaut, werden die Kinder für etwa ein Jahr in der früheren Sekundarschule Hadmersleben unterrichtet.