Oschersleben. Am zweiten Frühstückstreffen für Frauen in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen haben am Sonnabend mehr als 180 Frauen teilgenommen. "Schön, dass sie sich Zeit genommen haben und unserer Einladung gefolgt sind", begrüßte Moderatorin Susanne Gruschinski die Gäste an den gedeckten und dekorierten Tischen.

Neben dem Frühstücksangebot, an dem sich die Damen bedienen konnten, hielt dieser Vormittag Musikstücke auf Gitarre von der Magdeburgerin Thea Baumbach bereit. Sie stimmte mit den Instrumentalstücken "El Testament de n‘Amelia" und "Noy de la Mare" auf einen Vormittag mit entspannter Atomsphäre und vielen Gesprächen ein.

"Die Frauen werden hier einen Vormittag lang verwöhnt", erklärt Angelika Lange, die die Frühstückstreffen koordiniert. "Sie haben die Gelegenheit, hier über Lebens- und Glaubensfragen ins Gespräch zu kommen." Und Stoff für Gespräche bietet nicht nur der Alltag, von dem beim Frühstücken für ein paar Stunden Auszeit genommen wird, sondern auch das Thema der jeweiligen Treffen, das in Oschersleben zum 18. Mal stattfand und das an den bundesweit aktiven Verein Frühstückstreffen für Frauen angeschlossen ist. An diesem Sonnabend stand "Die Qual der Wahl" im Mittelpunkt des Vortrags. Marie Luise Bierbaum aus Bremen gab dazu ideenreiche Einblicke für den Umgang mit den alltäglichen Entscheidungen - die leichteren und die schwierigeren. "Dazu gehört die Frage nach dem Beruf, nach der Partnerwahl und der Familiengründung", zählte sie die schwereren auf. Noch wichtiger, so hob sie hervor, sei aber die Frage, "wo will ich mit meinem Leben einmal ankommen". Für die 63-Jährige selbst kam diesbezüglich ein christlicher Ansatz in Frage.

Die Biologie- und Englisch-Lehrerin, die auch auf die neurologischen Vorgänge bei Entscheidungen einging, machte klar: Der Mensch hat den freien Willen. Das aber, so sagte ja der Titel dieses Vortrags, führt eben zur Qual der Wahl, die für die Frauen beim Frühstückstreff nach diesem Vormittag künftig vielleicht weniger quälend ausfällt.

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