Kreativität haben die Konfirmanden aus Seehausen und Umgebung bei einem Besuch im Atelier des Klein Wanzleber Künstlers Dieter Lahme gezeigt. Sie gestalteten ganz individuelle Lebenskreuze.

KleinWanzleben l Der Klein Wanzleber Künstler Dieter Lahme zeigte sich begeistert, als er am Freitagabend 14 Vorkonfirmanden und Konfirmanden in seinem Atelier begrüßte. Die Jugendlichen wollten bei ihm dreidimensionale Kreuze, sogenannte Lebenskreuze, gestalten. "Die Materialkisten üben immer wieder eine besondere Faszination aus", erklärte Dieter Lahme.

Und auch bei den künftigen Konfirmanden konnte er feststellen, dass meist ein Schmuckelement, das auf das Kreuz geklebt worden war, das nächste förmlich nach sich zog. "Das Kreuz wächst wie eine Pflanze", unterstrich er. Dinge, die sonst im Alltag eine ganz andere Rolle spielen, wie beispielsweise auch Batterien aus dem Hörgerät, bekommen so einen schmückenden Charakter. Einige Mädchen nutzten auch zunächst Farbe, um ihr Kreuz ganz individuell zu gestalten.

Dieter Lahme als Künstler, der regelmäßig Workshops für Kreative vom Kind bis zum Senior anbietet, schwebt vor, "die Spiritualität in das Hier und Heute zu holen". So könnte er sich auch vorstellen, die Lebenskreuze in einem Supermarkt auszustellen.

Die Konfirmanden aus Seehausen, Eggenstedt, Remkersleben und Schermcke haben gern mit den Materialien experimentiert. Eine enge Zeitbegrenzung ist, wie Dieter Lahme sagt, bei den Basteleien eher vorteilhaft, denn genaue Planungen mindern die Kreativität. "Wenn es länger ausgedehnt wird, geht die Impulsivität verloren", so Lahme.

Nach der kreativen Stunde nutzte der Seehäuser Pfarrer Thomas Seiler die Gelegenheit, das Interesse der Jugendlichen auf die drei stillen Feiertage im Jahr zu lenken. Neben dem Karfreitag und dem Ewigkeitssonntag (Totensonntag), mit dem das Kirchenjahr zu Ende geht, gehört auch der Volkstrauertag dazu. "Die drei stillen Tage dienen dem Nachdenken", machte der Pfarrer den Mädchen und Jungen bewusst.

Da der Volkstrauertag bei der Konfirmandenstunde am Freitag unmittelbar bevorstand, erklärte er die Bedeutung. "Wir denken an die, die im Krieg um ihr Leben betrogen wurden", sagte der Pfarrer. Er berichtete von einigen Schicksalen, die unter anderem auch 172 Seehäuser erfahren hatten. In der Vergangenheit haben dem Pfarrer schon viele, die den Krieg miterlebt haben, von ihren Erlebnissen erzählt.