In der Eggenstedter Kirche ist in dieser Woche Richtfest gefeiert worden. Nach 64 Jahren ist die "Cabrio"-Kirche mit einem neuen "Verdeck" geschlossen worden. Dachdecker bringen nun noch Ziegeln auf. Bei den Feierlichkeiten trat neben dem Eggenstedter/ Seehäuser Frauenchor auch der Querflötenspieler Marco Pankrath auf. Pfarrerin Renate Hirschligau betonte in ihrer Ansprache: "Eggenstedts Wahrzeichen und ältestes historisches Gebäude konnte vor dem Verfall gerettet werden."

Eggenstedt. "Wir haben uns entschieden unseren Heiligabendgottesdienst in der nun überdachten Kirche zu feiern", teilte Pfarrerin Renate Hirschligau in dieser Woche nach dem Richtfest mit. Wenn die Fenster mit Folie geschützt und Heizlüfter zur Verfügung stehen, dann werde das gut möglich sein, sagte sie.

"Egbert Goriwoda aus Eggenstedt stammend, hat der Gemeinde hierfür eine neue schöne Krippe gestaltet. Ich hoffe es finden sich wie in jedem Jahr Jugendliche und Kinder, die ein Krippenspiel einüben", sagte die Pfarrerin weiter. Bis dahin sei der neue Dachstuhl auch fertig mit Ziegeln gedeckt.

Dass die Instandsetzung der Eggenstedter Kirche möglich wurde, ist der Unterstützung des Kirchenkreises Egeln, der Förderung durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF), sowie den zahlreichen Sponsoren und Spendern zu verdanken. "Danken möchte ich auch der lokalen Arbeitsgruppe Bördeland und allen Mitgliedern, die aktiv im Rahmen von LEADER gefördert haben", sagte die Pfarrerin. Insgesamt kamen durch private Spenden und Sponsoren insgesamt 18 000 Euro zusammen, die die Gemeinde als Eigenmittel für die Baumaßnahme aufbringen konnte. Insgesamt beläuft sich die Investitionssumme für das neue Dach auf 113 000 Euro. Die Gemeinde erhielt dafür Fördermittel in Höhe von 38 600 Euro. "Ohne dem wäre es nicht gegangen", betont Pfarrerin Hirschligau. Den Löwenanteil der Bausumme schulterte mit 58 815 Euro der Kirchenkreis Egeln. "Vereine und Gemeindemitglieder und weitere Sponsoren haben uns unterstützt. Der Eggenstedter/Seehäuser Chor hat für unser Kirchendach gesungen, es wurde hierfür die Konzertreihe ,Eine kleine Dachmusik‘ ins Leben gerufen, zu der auch weiterhin eingeladen werden soll. So haben viele dabei geholfen, dass wir wieder ein Dach über dem Kopf haben", sagte Renate Hirschligau.

Sie erinnerte in ihrer Ansprache anlässlich des Richtfestes, dass im Jahre 1946 der Sonnabend vor Erntedankfest ein denkwürdiger Tag in der Geschichte Eggenstedts war. Denn an jenem Morgen, so wurde berichtet, stürzte das Kirchendach ein und die Kirche nahm schlimmen Schaden. Doch die Ruine wurde zum Glück nie abgerissen. Nach der Wende wurde die Kirche mit einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme von Schutt und Baumwuchs erstmals beräumt. "Natürlich sollte die Kirche wieder ein Dach erhalten. Da waren sich die Eggenstedter und der Gemeindekirchenrat einig. Und so begannen wir, um unsere Vision zu kämpfen. Es war ein langer Weg bis hier hin. Als ich 1995 in die Kirchengemeinde kam, konnten wir in der ,Cabrio-Kirche‘ schon Gottesdienste feiern. So ist es bereits Tradition, den Himmelfahrtstag mit einem Regionalgottesdienst in der Eggenstedter Kirche zu feiern", sagte Hirschligau. Im nächsten Jahr soll voraussichtlich an Himmelfahrt die Einweihungsfeier der neueingedeckten Kirche begangenen werden, hieß es. "Um die Frage ,Wie wird das Wetter sein?‘ müssen wir uns ja dann keine Gedanken mehr machen", sagte die Pfarrerin.

   

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