Gunsleben / Aderstedt (mg). Die Niederschläge der vergangenen Tage haben bei Gunsleben den Wasserstand des Großen Grabens ansteigen lassen. War er nach Angaben des Landesbetriebs für Hochwasserschutz (LHW) am Dienstag sogar über die Deiche geströmt, hat sich die Situation seitdem nicht weiter zugespitzt. "Es hat nicht mehr geregnet, so dass langsam eine Entspannung erfolgt", erläutert Dietmar Bode vom LHW. Der Pegel, gemessen in Oschersleben, ist um 20 Zentimeter auf 1,41 Meter angestiegen. "Das Wasser läuft aus dem Fallstein dort hinein", erklärt er die Situation, die die Pegel des Großen Grabens jedes Jahr ansteigen lassen. Uwe Neumann vom hiesigen Unterhaltungsverband (UHV) Großer Graben, der für die kleineren Flussläufe und Stichgräben zuständig ist, zeichnet den Weg des Wassers dabei nach: "Der Zufluss kommt über die Aue und zudem über die Schöninger Aue, die sich bis nach Helmstedt hochzieht, sowie über die direkt einmündenden Seitengräben, wodurch der Große Graben innerhalb kürzester Zeit immens an Wassermassen gewonnen hatte, die er nicht restlos abführen konnte." Darum war es an manchen Stellen zum Überströmen der Deiche gekommen. Bei Gunsleben und Aderstedt zeigen sich überflutete Wiesen und Felder, insbesondere im Halberstädter Bereich. Von dort fließt das Wasser langsam in Richtung Oschersleben ab, wo es die Bode schließlich aufnimmt. Außerdem hat das LHW in Absprache mit Behörden und mit dem UHV zwei Siele geöffnet, damit der Große Graben vom Wasser entlastet und die Deiche geschützt werden. Unterdessen blieben die Siele im unteren Flusslauf des Großen Grabens von Oschersleben bis Wulferstedt geschlossen. Uwe Neumann zum Hintergrund: "Das Wasser würde sonst auch dort die wertvollen, im Naturschutzgebiet liegenden Wiesen unnötig überfluten. Sobald der Große Graben einen entsprechend niedrigen Stand erreicht hat, können die Siele wieder geöffnet werden, um das Wasser regulieren zu können."

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