Klötze. Pferde beim Zahnarzt; Skilehrer, die vor Kindern niederknien; winkende Senioren – es ist ein Querschnitt durch das Leben, das in der oberen Etage der Klötzer Bibliothek zu sehen ist. Es sind Fotografien von Meike Schulze-Wührl, die gezeigt werden. Ursprünglich sollte die Schau am heutigen Freitag enden – doch nun ist die Ausstellung mit 30 großformatigen Aufnahmen und über 100 kleinen, thematisch sortierten Bildern bis über die Weihnachtszeit hinaus verlängert. Meike Schulze-Wührl sagt: "Das freut mich natürlich."

Sie ist nicht die einzige, die sich freut. Ein Blick in des Gästebuch zu der Ausstellung zeigt, dass viele Freunde und Bekannte von ihr dort ihre Eindrücke hinterlassen haben, aber auch fremde Menschen. "Es ist mir eine Freude, Ihre (Deine) Bilder zu betrachten, die einem die Menschen unserer Stadt als fröhliche, fleißige Menschen nahebringen", schreibt da Meike Schulze-Wührls ehemalige Lehrerin. "Liebe Mamma von Mara", ist ein anderer Eintrag überschrieben, und in einem dritten heißt es kurz und knapp: "Warum da viele Worte? Gut gemacht!"

Die Fotoausstellung der Journalistin ist übrigens eher aus einem Bauchgefühl heraus entstanden. "Ich hatte hier einmal Bilder mit Landschafsbildern gesehen, die die Fotografin im Urlaub aufgenommen hatte. Das hatte mit gefallen, und einfach so sagt ich zur Bibliotheksleiterin Iris Wienecke: ,Das könnte ich doch auch!‘ Ich habe ja nicht geahnt, dass es dann so schnell ernst werden würde", erinnert sich Meike Schulze-Wührl.

Es wurde aber ernst. Als die Bibliothekschefin nachfragte, ob es denn dabei bliebe. Die Ausstellung wurde vom Frühjahr verschoben, weil damals noch umgebaut wurde. "Die Zeit konnte ich aber gut gebrauchen", erzählt Meike Schulze-Wührl. Denn es mussten Bilder ausgewählt und sortiert, entwickelt und beschriftet, eingerahmt und aufgehängt werden. "Man ahnt gar nicht, wenn man vorher noch keine eigene Ausstellung hatte, wie viel Arbeit das ist", berichtet die Fotografin über die Zeit vor ihrer ersten Ausstellung.

Die ist nun also verlängert – und es steht die Frage im Raum, ob weitere folgen werden. "Thematische Ausstellungen über den Pferdesport oder die Feuerwehr könnte ich sicher schnell auf die Beine stellen", antwortet Meike Schulze-Wührl nach einem kurzen Augenblick des Überlegens. Für eine Schnappschussausstellung wie die jetzt verlängerte jedoch müsse sie wohl erst einmal wieder Material sammeln – selbst wenn in den Archiven noch ungehobene Schätzt schlummern. Denn es sollen ja nicht immer die gleichen Pferde beim Zahnarzt, Kinder in der Skischule und Senioren sein, die aus dem Bild dem Betrachter freundlich entgegenwinken.