Im Bereich der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde gab es gestern zahlreiche Glätteunfälle. Meteorologen meinen, dass dies erst der Auftakt zum Glättechaos gewesen sein könnte, denn im Laufe der Woche wird es noch kälter, auf den Straßen droht überfrierende Nässe und in der Nacht zum Donnerstag wird der nächste Neuschnee erwartet. Bei den Unfällen gestern gab es keine Verletzten, dafür aber hohe Sachschäden. Die Polizei mahnt in dieser Woche zur besonderen Vorsicht auf den Straßen.

Stadt Wanzleben – Börde. Bei den zahlreichen Glätteunfällen musste gestern auch die Wanzleber Feuerwehr zum Einsatz ausrücken, weil am frühen Morgen gegen 5 Uhr in Höhe des Kreisverkehres Bucher Weg ein Räumfahrzeug mit seinem Schneeschieber einen entgegenkommenden in Richtung Magdeburg fahrenden Lkw seitlich rammte und dessen Tank aufschlitzte. Rund 600 Liter Diesel strömten auf die Fahrbahn und mussten von der Freiwilligen Feuerwehr Wanzleben beseitigt werden. Wie die Polizei gestern weiter mitteilte, war das Räumfahrzeug eines privaten Hausmeister-Service in Höhe des Kreisverkehres Richtung Lindenpromenade unterwegs und war dabei ins Schleudern gekommen. Der Fahrer verlor die Kontrolle über das Räumfahrzeug.

Die Wanzleber Feuerwehr war ab der Alarmierung 5.08 Uhr bis 8 Uhr mit zwei Fahrzeugen und zehn Einsatzkräften im Einsatz. Rund 250 Kilogramm Bindemittel wurden eingesetzt, zum Teil auch schwimmfähiges Material, sowie 25 Sandsäcke um den Zufluss zur Kanalisation zu verstopfen. "Damit wollten wir ereichen, dass sich der Dieselkraftstoff nicht weiter über die Kanalisation verbreiten kann", erklärte Stadtwehrleiter Burkhard Wegner.

Gegen 7.50 Uhr krachte es erneut, diesemal auf der B246a aus Wanzleben kommend in Richtung Auffahrt zur B 81. Der Fahrer eines Kleintransporters wollte einem großen Eisblock, der nach dessen Angaben auf der Fahrbahn lag, ausweichen. Bei dem Versuch zu Bremsen kam das Fahrzeug ins Schleudern und rutschte in den Straßengraben. Hier kippte der Kleintransporter zur Seite. Der 45-jährige Fahrer wurde nicht verletzt. Es entstand aber hoher Sachschaden am Fahrzeug.

Etwa zeitgleich krachte es gegen 7.45 Uhr auf der L50 zwischen Schleibnitz und Wanzleben. Auch bei diesem Unfall entstand Sachschaden, teilte Polizeisprecher Joachim Albrecht mit. Einen weiteren Glätteunfall gab es gegen 10.15 Uhr auch auf der Kreisstraße zwischen Schleibnitz und Hohendodeleben. Dort hatte ein BMW-Fahrer beim Abbiegen in Richtung Hohendodeleben die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und prallte gegen ein Straßenschild. Der Fahrer blieb unverletzt. Es entstand Blechschaden. Gegen 8.25 Uhr gab es auf der L50 einen Glätteunfall und gegen 13 Uhr in Groß Rodensleben, teilte die Polizei mit. Die Beamten waren fast pausenlos mit Unfallaufnahmen beschäftigt, so dass die Protokolle erst später der Pressestelle vorlagen.

Für Mario Brych, meteorologischer Mitarbeiter der Wetterwarte Ottersleben, war das gestrige Glättechaos erst der Auftakt. Er befürchtet, dass es in den nächsten Tagen so krachend weiter gehen könnte. Denn die Temperaturen rutschen tagsüber bis acht Grad minus in den Keller und er befürchtet, dass ab minus fünf Grad Celsius das Streusalz seine Wirkung nicht mehr entfalten kann. In der Nacht zum Donnerstag könnte es außerdem weiter Neuschnee geben. Im Bereich Magdeburg und der angrenzenden Börde sind drei Zentimeter Schnee in der Nacht zum Montag gefallen. Südlich der Landeshauptstadt waren es sogar 6 Zentimeter, erklärte Brych. Seine Empfehlung lautet deshalb runter vom Gas. Dem schließt sich auch Polizeisprecher Joachim Albrecht an. Im Landkreis Börde ereigneten sich gestern allein im Zeitraum von 5 bis 8 Uhr mehr als 14 Verkehrsunfälle auf Grund von Winterglätte. Dabei wurde niemand verletzt. Es gab jedoch zahlreiche und zum Teil hohe Sachschäden zu verzeichnen.

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