Der Wintereinbruch hat auch im Landkreis Börde für einige Behinderungen und Unfälle gesorgt. Laut Polizeirevier Börde krachte es gestern früh im Kreisgebiet 20 Mal, auf den Autobahnen 2 und 14 gar 40 Mal. Glücklicherweise blieb es meist bei Blechschäden. Im Busverkehr kam es teils zu Verspätungen. Der Winterdienst war rund um die Uhr im Einsatz, um die Straßen freizuräumen.

Landkreis Börde. Scharfer, eisiger Wind und starke Schneefälle: Der Winter hat den Landkreis Börde erreicht – und hat auch gleich für einige Behinderungen und Unfälle gesorgt. Dennoch scheint der Wintereinbruch glimpflich vonstatten gegangen zu sein.

"Die Kreisstraßen sind alle beräumt und auch befahrbar – zwar muss man langsamer fahren, aber es geht voran. Uns sind keine Beschwerden bekannt geworden", schätzte Karin Neuendorf, erste Betriebsleiterin des Eigenbetriebes für Straßenbau und -unterhaltung, gestern auf Nachfrage der Redaktion ein. Im Süden des Landkreises waren die ersten Räum- und Streufahrzeuge bereits am Mittwochnachmittag unterwegs, um hier vor allem Straßen von Schneeverwehungen zu befreien.

Im Norden des Kreises setzten sich die Räumfahrzeuge am Donnerstagmorgen ab 1 Uhr in Bewegung, um die Kreisstraßen zu beräumen. Seitdem waren sie am Donnerstag pausenlos im Einsatz. Größere Probleme, wie sie der Eigenbetrieb zunächst vor allem wegen des scharfen Windes befürchtet hatte, blieben aus. "Die Schneeverwehungen haben sich in Grenzen gehalten", so Karin Neuendorf. Die nächsten größeren Einsätze erwartet die Eigenbetriebsleiterin am Wochenende beziehungsweise am kommenden Montag. Denn für Montag sind laut Wetterbericht Regenfälle angesagt. "Wenn Regen auf die frostigen Straßen fällt, dann wird es gefährlich. Deshalb werden wir – wenn sich der Wetterbericht bewahrheitet – schon am Sonntag vorsorglich streuen."

Mit den widrigen Wetterverhältnissen sind indes nicht alle Autofahrer gut klargekommen, es gab im Kreisgebiet gestern früh insgesamt 20 Unfälle, bilanzierte Joachim Albrecht, Sprecher des Polizeireviers Börde. Besonders häufig krachte es im Bereich Haldensleben. Allein hier wurden gestern Morgen 12 Unfälle registriert. Joachim Albrecht: "Glücklicherweise blieb es bei Blechschäden. Insgesamt gesehen hat sich die Mehrheit der Autofahrer gut auf den Wintereinbruch eingestellt. Nur einige wenige hatten es offenbar zu eilig, ihnen ging es wohl in der Kolonne nicht schnell genug." Beim Versuch zu überholen, kam so mancher ins Schleudern und von der Straße ab. Auch plötzlich auf die Straße gelaufenes Wild sorgte für Unfälle, weil die Autos nicht schnell genug zum Stehen kamen. "Nach unserer Einschätzung hat der Winterdienst gut funktioniert, die Straßen waren soweit befahrbar. Die Autofahrer sollten sich jetzt nur darauf einstellen, dass es langsamer vorangeht. Man muss jetzt mehr Zeit einplanen, um zur Arbeit zu kommen.

Auch auf den Autobahnen 2 und 14 kam es in der Nacht zu gestern und am frühen Morgen zu einigen Unfällen. Bis gestern Mittag wurden auf beiden Autobahnen im Bereich des Landkreises 40 Unfälle registriert, so Autobahnpolizei-Sprecher Johannes Stoye. Insgesamt wurden dabei drei Menschen verletzt. Hauptunfallursache war nicht angepasste Geschwindigkeit, einige Auto- und Lkw-Fahrer hielten sich nicht an das gesetzte Tempolimit von 60 Stundenkilometern. So kamen auch etliche Lkw ins Schleudern und nach rechts von der Straße ab beziehungsweise fuhren in die Mittelleitplanke.

Der schwerste Unfall ereignete sich am Mittwochabend gegen 19.35 Uhr auf der A 2 in Höhe Tundersleben. Hier kam ein Lkw ins Schleudern und durchbrach die Mittelleitplanke. Er blockierte nicht nur die Fahrspuren in Richtung Berlin, sondern auch die linke Gegenfahrspur. Bis Donnerstagfrüh 0.20 Uhr musste der Bereich in Fahrtrichtung Berlin für die Bergung des Lkw gesperrt bleiben. Weitere Lkw kamen in Höhe Irxleben, Uhrsleben, Rasthof Börde und Alleringersleben von der Autobahn ab. In zwei Fällen musste auch die Feuerwehr ausrücken, um auslaufenden Dieselkraftstoff zu beseitigen.

"Waren nicht immer pünktlich, aber überall"

Auch im Schülerverkehr ist es gestern früh durch den Wintereinbruch zu Beeinträchtigungen gekommen. Vor allem mit Verspätungen musste gestern gerechnet werden. OhreBus-Geschäftsführerin Dorita Schuster zur Volksstimme: "Wir waren sicher nicht immer pünktlich, aber wir waren überall, sind überall hingekommen." Die OhreBus sei gut vorbereitet gewesen.

Etwas anders sah es im Süden des Landkreises aus. Die dortige Börde-Bus Verkehrsgesellschaft konnte aufgrund der Witterung drei entlegene Orte – Altbrandsleben, Dalldorf und Hemsdorf – nicht anfahren. Auch auf der Linie 8 nach Magdeburg kam es durch Unfälle zu Behinderungen im Busverkehr. Alles in allem jedoch sei man gut durch den Wintereinbruch gekommen, schätzte Börde-Bus-Geschäftsführer Ernst Trnka gestern ein. "Wir haben uns natürlich schon im Vorfeld vorbereitet, aber der erste Frost und der erste Schnee sind immer schwierig", sagte Ernst Trnka, der seinen Kollegen, die bereits ab 3.30 Uhr in Bereitschaft standen, ein Lob aussprach.