Dietmar Buchholz aus Gunsleben beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Großen Bruch und dem Altkreis Börde. Er hat beim Wettbewerb um den 7. mitteldeutschen Historikerpreis "Ur-Krostitzer Jahresring" teilgenommen und wurde unter 100 Bewerbern mit der Kategorie "Lebenswerk" ausgezeichnet. Dabei hat er noch viel vor.

Gunsleben. Alles hatte mit einem heimatkundlichen Aufsatz angefangen. Im Jahr 1982 veröffentlichte Dietmar Buchholz "Die physisch-geographischen Bedingungen unseres Heimatkreises im Überblick". Darin beschrieb der frühere Geographie-Lehrer Landschaftsstruktur, Erdgeschichte und Böden seiner Heimat. Fotografien von Seen, Wäldern und Wiesen dieser Heimat hängen heute an den Wänden seines Arbeitszimmers, in das er sich vor allem in den Wintermonaten zurückzieht.

Und dort arbeitete er auch an den weiteren Schriften, bei denen ihn zunehmend historische Sachverhalte interessierten. Es folgten Veröffentlichungen, vorwiegend in Heimatzeitschriften.

"Dann klingelte hier schon häufiger das Telefon", berichtet der heute 74-Jährige von der ersten Zeit als Heimatforscher, die er sich neben dem Lehrerberuf nahm. "Andere begannen, mir Material anzubieten und langsam sprach sich herum, dass ich viel schreibe." Schließlich wandte er sich auch biographischen Schriften zu. Die Universität Magdeburg war zum Beispiel auf ihn zu gekommen, ob er eine Zuarbeit über Gottlieb Heinrich Ferdinand Heise leisten könne. Heise war im 18. Jahrhundert vom preußischen Kriegsministerium beauftragt worden, die Telegrafenlinie zu bauen – und dazu gehört die Station Nr. 18 in Neuwegersleben. Der Text erschien im Magdeburger Biographischen Lexikon.

In Buchform ist von Buchholz "Der lange Weg zum Bördekreis" erschienen. Eine weitere Monographie, die sich mit den natürlichen Bedingungen des Altkreises befasst, schlummert in seinem Regal. "Darauf bin ich sehr stolz, weil es einzigartig ist." Ständig aktualisiert er da–rin die Informationen. Seine 25 Aufsätze, veröffentlicht und teilweise unveröffentlicht, Buch und Manuskript sowie die zahlreichen heimatkundlichen Artikel, die er zudem in der Volksstimme zu den unterschied- lichsten Heimat-Themen verfasst hat, brachten ihm nun beim 7. mitteldeutschen Historikerpreis eine Auszeichnung in der Kategorie "Lebenswerk" ein. "Als die Einladung zur Preisverleihung kam, war die Freude da", sagt Buchholz. Dennoch meint er zur Kategorie, die für ihn gewählt wurde: "Ich war mit dem Titel nicht ganz glücklich. Das klingt so, als ob man rückblickend schon alles abgeschlossen hätte und als ob da nichts mehr kommt." Das aber sei ganz und gar nicht der Fall. So schwebt ihm vor, die Industriegeschichte für den Altkreis Börde aufzuarbeiten. Außerdem liegt die Gestaltung der Festschrift für die 900-Jahr-Feier Neuwegersleben und Gunsleben in seinen Händen. Gefeiert wird die erste urkundliche Erwähnung im Jahr 2012. Und bis dahin wird er noch einige Bücher und Zeitungen wälzen. "Es ist sehr schwierig, weil die Gunsleber Chronik abhanden gekommen ist", schildert der Heimatforscher die neue Heraus- forderung, die ihn nun in sein Arbeitszimmer ziehen wird.

Neben Dietmar Buchholz kann sich auch Ralf Staufenbiel aus Kloster Gröningen über eine Anerkennung der Jury vom mitteldeutschen Historikerpreis freuen. Dessen Buch "Von der Wallburg zum Renaissance- und Residenzschloss Gröningen" hat Buchholz übrigens ebenso in seinem Bücherschrank wie so viele Heimatzeitschriften aus Harz oder Börde und ordnerweise Papier, in denen sicher noch weitere ungehobene Schätze schlummern.