In die Versorgungspläne für DSL-Anschlüsse im ländlichen Raum scheint Bewegung zu kommen. Denn die von der Stadt Wanzleben – Börde hierfür beantragten Fördermittel könnten noch in diesem Jahr ausgezahlt werden. Das Geld soll das Defizit ausgleichen, das Telekommunikationsfirmen bei der Erschließung ländlicher Gebiete einfahren.

Stadt Wanzleben – Börde. So wie Marika Reipsch aus Blumenberg warten viele Bewohner der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde auf eine schnellere Internetverbindung. Das DSL-Breitband-Kabel soll es möglich machen. Marika Reipsch fragte bei der Volksstimme nach, wann eine Verbesserung der Übertragungsgeschwindigkeit für den Bereich geplant sei und schrieb zum Thema DSL-Anschlüsse folgendes: "Ich sitze gerade vor dem Rechner und bin aufgrund der schneckenhaften Geschwindigkeit der Datenübertragung drauf und dran, die gesamte Technik aus dem Fenster zu schmeißen. In Blumenberg haben die meisten eine DSL-Light-Anbindung mit einer ,möglichen‘ 2000er Übertragungsgeschwindigkeit, die aber nie erreicht wird. In Wanzleben freut man sich hingegen über 6000er Leitungen." In Seehausen gibt es sogar 16 000er Übertragungsraten, meint Bauamtsleiter Olaf Küpper, der für die Förderung des DSL-Ausbaus in der Einheitsgemeinde zuständig ist.

Das Problem bisher: Die Telekomunikationsunternehmen scheuten sich bislang vor Investitionen, da gerade im ländlichen Bereich das Defizit größer ist als der zu erwartende Gewinn. Um die Firmen dennoch zum Ausbau des Kabelnetzes zu bewegen, investieren Einheitsgemeinde rund 100 000 Euro und das Land mit rund 800 000 Euro in eine so genannte Defizit-Förderung. Das heißt, im Vorfeld hatten die Unternehmen dem zuständigen Amt für Landwirtschaft, Forst und Flurerneuerung (ALFF) mitteilen müssen, welche Defizite beim Ausbau der ländlichen Breitband-Strecken die Firmen erwarten würden. Diese Kosten soll nun die Defizit-Förderung decken.

Nach Angaben von Bauamtsleiter Olaf Küpper als Beauftragter der Verwaltung für den Breitbandausbau könnte in Kürze das Signal für die Förderung von Gelb auf Grün gestellt werden.

"Wir erwarten noch in diesem Jahr einen Fördermittelbescheid vom ALFF", erklärte gestern der Baumamtsleiter der Volksstimme auf Nachfrage. Danach werde mit den entsprechenden Firmen in die Vertragsverhandlungen gegangen, erklärte Küpper. So könnte es bereits im nächsten Jahr die ersten Bauarbeiten für die Kabelnetze in den ländlichen Gegenden geben.

Welche Ortschaften dabei zuerst angeschlossen werden und welche Zeitpläne es gibt, konnte Olaf Küpper aber nicht sagen.

"Das ist natürlich die technologische Entscheidung der Unternehmen, welche Kabelanlagen zuerst installiert werden, um das Netz auszubauen." Er zeigte sich, was den Ablauf und die Geschwindigkeit der Bearbeitung bei der Vergabe der Fördermittel betrifft, zufrieden. "Im Sommer haben wir, nachdem die Bedarfsermittlung zur Vorbereitung abgeschlossen und die Förderrichtlinien des Bundes bekannt geworden waren, sofort den Antrag beim ALFF gestellt", erklärte Küpper.

Die Blumenberger Leserin Marika Reipsch sollte also mit dem "Rauswurf" ihrer Technik noch warten, denn möglicherweise könnte es damit schon im nächsten Jahr ins Hochgeschwindigkeitsnetz gehen.