Zum zweiten Mal nach 2009 bevölkerten Hühner, Enten und Tauben am Wochenende den ehemaligen Kuhstall auf dem Harbker Schlosshof. Die hiesigen Geflügelzüchter präsentierten hier ihre 50. Vereinsschau.

Harbke. Die Auslosung des Sonderpokals unter den Harbker Ausstellern mit den bestbewerteten Tieren zog höchste Erheiterung bei den anwesenden Gästen nach sich. Denn Glücksfee Melina Pätz fischte mit Mario Thude ausgerechnet das Los des Vereinsvorsitzenden aus dem Pokal heraus. Der hatte soeben einen Abriss der 50-jährigen Geschichte der Harbker Geflügelzüchter gegeben und seine Dankesrede beendet. Großes Gelächter im "Kuhstall", den die Schützengesellschaft den Züchtern wiederum als Schauraum zur Verfügung gestellt hatte. Aber war da etwas Schmu im Spiel? Es bedurfte einer gesonderten Prüfung der übrigen Lose, um der Reachtmäßigkeit der Ziehung gewiss zu werden. Thudes frotzelnde Vereinskameraden akzeptierten schließlich das Prinzip Zufall, rangen ihrem Chef aber natürlich noch eine Gratislage Getränke ab – Strafe muss sein …

Ja, die Harbker Rassegeflügelzüchter sparten am Wochenende nicht mit der gebotenen Lockerheit. Immerhin gab es Grund zu feiern, denn es war die 50. Vereinsschau, die mit der Bekanntgabe der Ortsmeister am Sonnabendvormittag auf dem Schlosshof eröffnet wurde – zur Freude von Mario Thude im Beisein von Bürgermeister Werner Müller sowie Vertretern anderer Harbker Vereine, die sich zum Jubiläum auch nicht lumpen ließen und mit Präsenten in Kuvertform gratulierten.

Während der Begrüßung musste Mario Thude gegen das aus lautestem Halse gestoßene Krähen auch seiner eigenen Hähne anreden. Er erinnerte an den 1. Februar 1955, als der Verein mit sechs Mitgliedern gegründet wurde. Viel sei leider nicht mehr von den Anfängen und ersten Ausstellungen überliefert, bedauerte der Vorsitzende, doch einige "Anekdoten", damals aus der Not geboren, sind bekannt: "Unter welchen Bedingungen damals gearbeitet werden musste!", machte Thude deutlich. "So wurden die Käfige mit dem Pferdewagen aus Oschersleben geholt und wieder weggebracht. Später wurden 300 Nummernkäfige in einer Art Winterbeschäftigung selbst gebaut, Ja, selbst der Maschendraht wurde selber gewickelt, was aus heutiger Sicht wie ein Witz klingt."

Dem rechengeübten Auge fällt auf, dass in 55 Jahren Vereinsbestehen fünfmal keine Geflügelschau stattfand. Auch hierauf ging Thude ein: "2005 fiel sie aufgrund der hohen Auflagen, die mit der ausgebrochenen Geflügelgrippe verbunden waren, aus. Über die anderen Jahre, die viel weiter zurückliegen, gibt es keine Inforamtionen."

Großer Dank wurde an die Gastaussteller gerichtet. Mario Thude: "Wir haben uns bemüht, zusammen mit unseren befreundeten Vereinen eine gute und vielfältige Ausstellung zu organisieren. Ich denke, das ist uns gelungen. Geflügelzucht ist für uns eine Beschäftigung mit Hinwendung zur Natur sowie Pflege und Förderung der Gemeinschaft." Werner Müller zollte den Züchtern Respekt: "Es ist schön, dass ihr erhaltet, was eben auch zu einem Dorf gehört."

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