Mit dem Beschluss des Oschersleber Stadtrats, die künftigen Abc-Schützen aus Beckendorf in Hornhausen einschulen zu lassen, hadern die Eltern der Kinder wegen des weiten Weges. Ihre große Sorge ist der Schülerverkehr, da es keine direkte Busverbindung gibt.

Beckendorf. Mit Sorge blicken Beate Guhl und fünf weitere Eltern aus Beckendorf dem neuen Schuljahr entgegen. Sechs Kinder aus dem Ortsteil werden dann eingeschult. Aber nicht in die nächstgelegene Grundschule in Ausleben, das ist eine andere Gemeinde, sondern nach Oschersleben, wozu Beckendorf als Ortsteil gehört. "Eigentlich hatten wir uns schon mit der Situation abgefunden", schreibt Beate Guhl als betroffene Mutter an die Volksstimme. Doch ohne Information der Eltern habe der Stadtrat neu entschieden: Die künftigen Abc-Schützen sollen die Grundschule im Oschersleber Ortsteil Hornhausen besuchen. Eine direkte Busverbindung von Beckendorf nach Hornhausen gibt es aber nicht. Sollen die Kleinen etwa früh um 6 Uhr in den Bus steigen, um pünktlich zur Schule zu kommen?

Die Entscheidung, den Schuleinzugsbereich so zu definieren, dass die Beckendorfer und Neindorfer Einschüler 2011 nach Hornhausen gehen, war im Paket mit dem Beschluss über zwei Grundschulen in Oschersleben gefasst worden, erläutert Hauptamtsleiterin Christiane Klare auf Volksstimme-Nachfrage den Hintergrund. Mit diesem Beschluss sollte der Grundschulstandort Hornhausen gesichert werden.

Als dann der Erhalt der drei Grundschulen in Oschersleben klar war, wurde die Entscheidung über die Einschulung der Beckendorfer Kinder nicht mit verändert. Inzwischen sei es dafür auch zu spät.

Die älteren Grundschüler aus den Ortsteilen bleiben in der Puschkin-Grundschule in Oschersleben.

Wenn die Beckendorfer Kinder im nahen Ausleben lernen würden, müsste Oschersleben an Ausleben Schulkosten bezahlen, die nicht anfallen, wenn die Kinder in Oschersleben lernen, begründet Christiane Klare die Schulort-Entscheidung.

Den Schülerverkehr organisieren muss der Landkreis. Schulamtsleiter Heinrich Schulze kann zum konkreten Fahrplan der Beckendorfer Kinder noch nichts sagen, da sich Schulen, Landkreis und Verkehrsunternehmen im April zusammensetzen, um die Schulanfangs- und Busfahrzeiten abzustimmen. "Laut Satzung des Landkreises ist eine Stunde Wegezeit für Grundschüler zumutbar. Im Augenblick wären die Kinder mit Umsteigen in Oschersleben zwischen 25 und 48 Minuten unterwegs", erläutert er.

Mit dem Wissen um das Schulnetz im Landkreis tun ihm die Beckendorfer Kinder leid – sie fahren sozusagen an "ihrer" Puschkin-Grundschule in Oschersleben vorbei, gestattet sich der Amtsleiter eine private Meinung.

Hier wie überall im Landkreis, wo aufgrund der Bevölkerungsentwicklung die Schulwege weiter und komplizierter werden, wolle er möglichst günstige Lösungen finden.

Dabei stimmen sich auch die Schulen hinsichtlich der Unterrichtszeiten ab, um unnötiges Warten zu vermeiden. Die Anfangszeiten der Schulen sollen sich an den Beförderungsmöglichkeiten orientieren, verweist er auf das Schulgesetz.