Schneeverwehungen und vereiste Straßen verursachten gestern ein Verkehrschaos auf den Straßen. Die Börde-Bus GmbH stellte am Nachmittag den Verkehr ein und kündigte für heute an, dass sowohl der Schüler- als auch der Linienverkehr ausfallen.

Landkreis Börde. Mit elf Fahrzeugen versuchte der Winterdienst der Straßenmeisterei die Bundes- und Landesstraßen frei zu halten, sagte Dietmar Tondera der Volksstimme. Der Erfolg war angesichts der ständig wieder zu wehenden Straßen wenig nachhaltig. Zudem sorgte der Wind dafür, dass die Fahrbahnen tückisch vereist waren.

"Zwei Busse sind in den Graben gerutscht, Gott sei Dank ohne weitere Schäden", berichtete der Geschäftsführer der Börde-Bus GmbH Ernst Trnka. Am verunglückten Fahrzeug zwischen Drackenstedt und Dreileben sei eine Scheibe zerbrochen; ein Traktor zog den Bus heraus. Der zweite Bus rutschte bei Osterweddingen in den Graben.

Sogar ein Schneepflug konnte sich am Nachmittag nicht auf der Straße halten und landete zwischen Gröningen und Großalsleben im Graben, berichtete Trnka.

Kurzfristig entschieden

Angesichts der Witterung und nach den genannten Unfällen entschied das Unternehmen kurzfristig gegen 16 Uhr, den Verkehr einzustellen. "Wir konnten nicht alle Schüler wie geplant befördern und versuchen, die Gestrandeten irgendwie noch sicher zu ihren Eltern zu bringen", so Trnka, der von vielen besorgten Eltern angerufen wurde und sich hörbar sorgte. Für heute morgen kündigte er für die Börde-Bus GmbH den Ausfall des Schülerverkehrs und des sonstigen Linienverkehrs an, es sei denn, die Lage bessert sich erheblich.

Laut Trnka war das Vorgehen mit dem Schulamt abgesprochen, offenbar erreichte es die Schulen aber nicht rechtzeitg.

So schrieb unser Leser Jochen Heite gestern am späten Nachmittag in einer E-Mail an die Volksstimme: "Im Namen meiner Tochter und vieler anderer Schüler des Börde Gymnasiums Wanzleben möchte ich mich für den außergewöhnlichen Service am 9. Dezember bedanken. Wenigstens ein Fahrer informierte die Schüler über die Einstellung des Betriebes, die Schule wusste bis zu dem Zeitpunkt noch nichts darüber... Die Lage auf den Straßen war den ganzen Tag über bekannt, da wäre es möglich gewesen, die Schule frühzeitig zu informieren und die Schüler noch zu befördern. Ich hoffe, eine plausible Erklärung für dieses Vorgehen zu bekommen."

Ohrebus fuhr verspätet

Genau umgekehrt die Situation im nördlichen Bördekreis. Die OhreBus GmbH fuhr zwar mit Verspätungen und unter Schwierigkeiten, so Geschäftsführerin Dorita Schuster. Aber der Verkehr wurde aufrecht erhalten und soll auch am heutigen Vormittag, so weit möglich, fahrplanmäßig gewährleistet werden.

Mehr als 70 wetterbedingte Unfälle meldete die Polizei gestern im Keisgebiet; gegen 16 Uhr hatten sich binnen einer Stunde im Bereich Wanzleben sechs Unfälle ereignet, erfuhr die Volksstimme von der Polizei. Sie gingen glimpflich aus.

Am schlimmsten betroffen von den Verwehungen und der Glätte sind die Ost-West-Verbindungen, so Dietmar Tondera von der Straßenmeisterei. Als Schwerpunkte benannte er die B 245 bei Schwanebeck, wo seit Mittag ein quer stehender Lkw die Straße blockierte. Die Umleitung führte über Wulferstedt. Sogar ein Helikopter kam zum Einsatz, wie das Polizeirevier Harz mitteilte. Der Hubschrauber der Landespolizei musste unter anderem drei steckengebliebene Linienbusse in Vogelsdorf, Nienburg und Schwanebeck anfliegen, da sie aufgrund starker Schneeverwehungen über die Straße nicht mehr erreichbar gewesen seien. So konnte kontrolliert werden, ob die Fahrgäste Hilfe benötigen.

Verwehungen machten das Fahren vor allem zwischen Gröningen und Oschersleben, Wanzleben und Altenweddingen, Harbke und dem Gewerbegebiet, auf der Barneberger Höhe und bei Seehausen an der Warte zum Abenteuer. An der Warte hatte die Straßenmeisterei allein zwei Fahrzeuge im Einsatz, um die Durchlässigkeit aufrecht zu erhalten. "Die Strecke gehört zu den Haupttrassen für die Rübenanlieferung", begründete Dietmar Tondera den Einsatz.

Auch in Höhe Stadt Frankfurt gab es einen langen Stau; dort blockierten Lkw die Straße.

Die Züge des Harz-Elbe-Express zwischen Halberstadt und Magdeburg fuhren pünktlich, erfuhr die Volksstimme von der Veolia, die die Strecke betreibt.