Es war fast eine kleine Weihnachtsgeschichte, die Pfarrerin Felicitas Haupt erzählte, als sich am Sonntagabend das 19. Türchen des Domersleber "Lebendigen Adventskalenders" an der Kirche öffnete. Denn damit wurde auch die Einweihung des Weges zur Kirche, der Dächer für die Kreuze des Kreuzganges und des Altarfensters gefeiert.

Domersleben. Die Tür der Kirche war bewusst noch nicht geöffnet, als sich die Besucherschar am Sonntag zum "Lebendigen Adventskalender" versammelte. Pfarrerin Felicitas Haupt wollte nämlich zunächst die Blicke auf den neuen gepflasterten Weg lenken, der nun zum Kircheneingang führt. Gerade pünktlich vor dem Beginn der winterlichen Wetterbedingungen war der Weg noch fertig geworden, nachdem nach dem Erntedankfest mit den Bauarbeiten begonnen worden ist. Ebenso wie der Kreuzgang, an dem es nochmals Veränderungen gegeben hat, und das neue Fenster über dem Altar ist auch der Weg ein Adventssymbol. "Man hat viele Wege vor dem Fest, Geschenke kaufen, alles vorbereiten und Einladungen zu Konzerten und Feiern gibt es auch noch", so Felicitas Haupt. Menschen würden sich auf den Weg zueinander machen.

Und auch das Licht der Adventszeit werde immer heller, jeden Sonntag werde ein Licht mehr auf dem Adventskranz entzündet, bis am Ende der beleuchtete Weihnachtsbaum steht. Ebenso habe, wie Felicitas Haupt sagte, der Kreuzgang etwas mit der Adventszeit und Weihnachten zu tun. Nachdem die Kreuze, die einst in einer Mauer der Feuchtigkeit ausgesetzt waren, in der Kirche – im sogenannten Kreuzgang – einen sicheren Platz gefunden haben, sind sie jetzt erneut "mit Liebe bedacht worden". Sie haben kleine Dächer bekommen, so dass der Regen von oben ihnen nicht mehr zusetzen kann.

Im Zeltinneren, das im dachlosen Kirchenschiff für etwas Schutz sorgt, konnten die Besucher dann das dritte Weihnachtsgeschenk, das sich die Kirchengemeinde selbst gemacht hat, betrachten. Dort wo einst die Tür des Kanzelaltars war, ist nun ein Altarfenster eingesetzt worden und macht nun das Ensemble aus Altar sowie Petrus und Paul komplett. Der Petrus war einst verloren gegangen, aber dank eines Spenders konnten sich die Domersleber vor einiger Zeit über den Ersatz des Petrus, der durch einen Schnitzer aus Polen hergestellt worden war, freuen.

"Das Fenster hat die Glasgestalterin Sandra aus der Quedlinburger Glasmanufaktur Schneemelcher entworfen, ich kenne leider nur ihren Vornamen", sagte Felicitas Haupt und freute sich, dass zu den drei Fenstern, die bereits 1999 in die Kirche eingebaut worden sind, jetzt noch ein viertes hinzugekommen ist. "Ich würde es Lichtkreuz nennen, das den Sühnekreuzen gegenübersteht. Das Kreuz im Licht ist das Ziel unseres Weges", fügte sie hinzu.

Wer genauer hinsieht, entdeckt im Inneren der Kirche zahlreiche Kreuze. Deshalb hatte die Pfarrerin auch ein Kreuz als Motiv für das Fenster gar nicht favorisiert. Eine Bördelandschaft wäre ihr vielleicht lieber gewesen, aber es gab auch andere Ideen und deshalb hat man den Einbau des Fensters auch eine ganze Weile vor sich hergeschoben. Doch nun gab es allen Grund zu Freude: "Ich freu mich, dass alles noch vor Weihnachten fertig geworden ist", sagte Felicitas Haupt.

Und auch die Domersleber teilten die Freude mit ihr. Nach dem offiziellen Teil verweilten sie noch, um sich am neuen Altarfenster zu erfreuen, aber auch um zusammenzusein, sich auszutauschen und sich an Schmalzbroten, Glühwein und anderen Leckereien zu laben.

 

Bilder