Mit ihrer Plakatidee für den Landeswettbewerb "bunt statt blau" hat Hannah Korth aus Wanzleben die Jury überzeugt. Schirmherr der Aktion, Landrat Hans Walker, überreichte der 14-Jährigen den Preis gestern in der Schulaula des Wanzleber Börde-Gymnasiums.

Wanzleben l Die Landessiegerin der Aktion "bunt statt blau" kommt aus Wanzleben, spielt an der Musikschule Oschersleben Klavier und besucht die Klasse 8/3 des Börde-Gymnasiums. Hannah Korth (14) wurde gestern in der Schulaula vom Schirmherren der Aktion, Landrat Hans Walker, und dem Leiter der DAK-Gesundheit Michael Fräßdorf, zur Landesbesten gekürt. Ihr kreativer Plakatentwurf hatte die Jury überzeugt.

Über die erfolgreiche Teilnahme der Achtklässlerin zeigte sich im Rahmen der Preisverleihung gestern auch Schulleiterin Dr. Susanne Pichottky begeistert. "Auf dass wir mit dem Thema Alkoholmissbrauch nie wieder Probleme haben werden", sagte sie. Damit spielte sie auf einen Zischenfall an, der sich in den frühen Morgenstunden des 7. Januar, dem ersten Tag nach den Ferien, an der Schule ereignet hatte.

"Ein Neuntklässler wollte nach eigener Aussage Silvester nachfeiern. Daraufhin hat er ganz allein eine Flasche Kräuterlikör getrunken. Aufgrund seines Zustandes musste der Krankenwagen gerufen werden", erzählte sie ganz offen, um auf das Problem aufmerksam zu machen. "Hinzu kommt, dass die Reaktion der Eltern mehr als erschreckend war. Sie meinten, nachdem ich ihnen den Fall geschildert hatte: ,Das haben wir doch alle schon mal gemacht.`"

In den Krankenhäusern Sachsen-Anhalts sind 2013 deutlich weniger jugendliche "Komasäufer" aufgenommen worden als im Jahr zuvor. Im Jahr 2013 wurden 467 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 20 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt, wie Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. 2012 waren es noch 597 - das entspricht einem Rückgang um knapp 22 Prozent. Bundesweit lag das Minus bei 12,8 Prozent - fast 23300 Kinder und Jugendliche wurden wegen Volltrunkenheit in Krankenhäuser gebracht.

Obwohl die Zahl der Betroffenen insgesamt leicht zurückging, fordern Experten eine weitere Aufklärung über Risiken des Rauschtrinkens. Aus diesem Grund hat die DAK-Gesundheit bereits 2010 den Wettbewerb "Bunt statt blau" ins Leben gerufen, bei der Schüler im Alter zwischen 12 und 17 Jahren Farbe gegen das "Komasaufen" bekennen.

"Eine Antwort auf diese Entwicklung ist, Schüler früh und offen über Alkoholmissbrauch aufzuklären. Bei ,bunt statt blau` werden junge Künstler selbst zu glaubwürdigen Botschaftern gegen das Rauschtrinken, was diese Präventionskampagne so besonders macht", erklärte Michael Fräßdorf von der DAK-Gesundheit.

"bunt statt blau" will kreativ über die Gefahren von Alkohol informieren. Unterstützt wird der Wettbewerb für Schüler von Landrat Hans Walker (CDU). Im Rahmen der Preisverleihung sagte er gestern vor den Schülern der achten Klassen: "Wichtig ist, dass man sich mit dem Thema Alkoholmissbrauch auseinandersetzt. Ihr seid jetzt in einem Alter, in dem man vielen Verlockungen ausgesetzt ist und denen es zu widerstehen gilt. Solche Wettbewerbe sind für uns als Landkreis und Gesellschaft wichtig. Denn es ist wichtig, dass ihr gesund bleibt. Denn ihr seid unsere Zukunft. Und da ist es von Vorteil, wenn der Verstand klar ist, um die richtigen Entscheidungen treffen zu können." An der Plakatkampagne gegen Komasaufen hatten sich bundesweit rund 10000 Schüler beteiligt.