Die Gemeinde Am Großen Bruch beginnt das neue Jahr mit einem ausgeglichenen Haushaltsplan, der gut 2,5 Millionen Euro umfasst. Allerdings sind 2010 nicht sehr viele Investitionen möglich.

Am Großen Bruch. Wenn sich Dietmar Hobohm den Haushaltsplan für das nächste Jahr anschaut, dann mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. Froh ist der Bürgermeister der Gemeinde Am Großen Bruch, dass der jüngst vom Gemeinderat beschlossene Etat auch ohne neue Kredite und ohne Steuererhöhungen ausgeglichen ist. Weniger froh ist Hobohm jedoch zum einen, dass fast 100 000 Euro aus der Rücklage genommen werden mussten, um handlungsfähig zu bleiben. Und zum anderen ärgert sich der Bürgermeister, dass 2010 nur wenige Investitionen möglich sind.

"Das Verhältnis vom Verwaltungshaushalt, der fast zwei Millionen Euro umfasst, und dem gut 500 000 Euro großen Vermögenshaushalt ist ungesund. Aber das Land stattet uns ja nicht einmal mit den notwendigen Mitteln für die Pflichtaufgaben aus", ärgert sich Dietmar Hobohm und sieht auch in der Finanzpolitik des Landes einen Grund für die klammen Kassen der Gemeinden.

Und deshalb seien auch 2010 keine großen Sprünge möglich, sagt Hobohm und spricht von vier Schwerpunkt-Projekten, die im nächsten Jahr in Angriff genommen werden sollen. So ist vorgesehen, in Hamersleben für 230 000 Euro die "Hornhäuser Siedlung" zu erschließen, um hier die Voraussetzungen für den Eigenheimbau zu schaffen. Zudem ist in Wulferstedt geplant, für knapp 80 000 Euro die Seitenbereiche der Neuen Reihe in Stand zu setzen und für 21 500 Euro eine Wohnung (Hof 238) auszubauen. Zu guter Letzt sind 20 000 Euro für Arbeiten vorgesehen, die erforderlich werden, wenn der Trink- und Abwasserverband wie geplant in Gunsleben eine Schmutzwasserleitung verlegt.

"Neben diesen großen Projekten haben wir auch Geld für Reparaturarbeiten vorgesehen, die beispielsweise an kommunalen Wohnungen, den Dorfgemeinschaftshäusern, auf den Friedhöfen oder an Straßenbeleuchtungen, Straßen, Wegen und Brücken erforderlich sind", wie Dietmar Hobohm sagt und zudem von Geld spricht, das für den Winterdienst und die Gefahrenabwehr eingeplant werden muss.

So dass unter dem Strich kaum etwas für die so genannten freiwilligen Aufgaben übrig bleibt. Zu diesen freiwilligen Aufgaben gehört beispielsweise die Unterstützung der Vereine. "Da werden wir aber im Verhältnis zu diesem Jahr keine Abstriche machen", sagt der Bürgermeister und kündigt an, dass es auch 2010 Zuschüsse für die Bewirtschaftungskosten von Vereinsgebäuden sowie für die Organisation von Veranstaltungen geben werde, die die Vereine für die Einwohner organisieren. Auch werde die Gemeinde im nächsten Jahr wieder Geld für Senioren-Weihnachtsfeiern und für besondere Jubiläen, wie beispielsweise Goldene Hochzeiten ausgeben. "In diesem Bereich kommen weitere Kürzungen nicht infrage", sagt Dietmar Hobohm.