Es geht voran auf der Datenautobahn: Zähflüssiger Verkehr und Transfer im Internet sollen in Wefensleben, Harbke, Sommersdorf und Ovelgünne schnellstens der Vergangenheit angehören. Die vier Gemeinden bekamen in dieser Woche den Förderbescheid für den Ausbau von Breitband-Internetanschlüssen ausgehändigt.

Obere Aller. Das Problem ist bekannt: Wo die Telekom einst ihre "modernen" Glasfaserkabel verlegen ließ, ist heute tote Hose in Sachen DSL-Zugang. Der Übertragungsstandard mit Tempogarantie benötigt die "altbackenen" Kupferkabel. Wer die nicht hat, bleibt vom Hochgeschwindigkeitsinternet ausgeschlossen – oder muss auf umständliche, teils auch kostspielige Ersatztechnik ausweichen. UMTS galt mal als Zauberwort, hat sich in der Praxis aber mehr als Flop entpuppt. Eine Seifenblase. Ein Provisorium. Keine echte Alternative. In Harbke, Wefensleben, Sommersdorf, Sommerschenburg, Marienborn und Ovelgünne kennt man das – ein weißer Fleck auf der DSL-Karte mit immerhin 3200 Haushalten. Das wird sich bald ändern. Die Bemühungen der Gemeinden und der Verwaltung tragen Früchte. Der Bedarf ist da, auf dessen Grundlage ebenso Vereinbarungen mit Telekommunikationsanbietern und nun auch der Förderbescheid, der als Startschuss für die praktische Umsetzung angesehen werden darf.

Hermann Onko Aeikens, Landesminister für Landwirtschaft und Umwelt, händigte den Bürgermeistern der vier Gemeinden am Dienstag persönlich die Förderzusagen aus. Ein Gesamtvolumen von fast 700 000 Euro, beantragt beim und bewilligt vom Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung (ALFF). "Schnelles Internet ist heutzutage wie ein Wasseranschluss", zog Aeikens einen Vergleich hinsichtlich der Bedeutung von Breitbandanschlüssen. "Nicht zuletzt ist es für die Wirtschaft ein Standortfaktor und verbessert die Situation auf dem Arbeitsmarkt." Die Zeichen der Zeit seien im Lande erkannt worden, weshalb die Regierung DSL-Förderpakete – vornehmlich für den ländlichen Raum – in zweistelliger Millionenhöhe geschnürt habe.

Bitter nötig, denn ohne öffentliche Gelder wollte kein Unternehmen an der Situation etwas ändern. Thomas Malcher, Projektleiter DSL-Versorgung der Verbandsgemeinde, weiß ein Lied davon zu singen und kann sich einen Seitenhieb in Richtung Rosa Riese nicht verkneifen: "Die Telekom hat in dieser Angelegenheit die Schulnote 5 verdient. Trotz einiger Gespräche war der Konzern nicht zu einem Engagement zu bewegen." Der technische Part – ausführliche Informationen dazu folgen in einem gesonderten Bericht – wird nun auf die Schultern kleinerer, regionaler Anbieter (Provider) verteilt, die in den Genuss der Fördergelder kommen. Die hatten sich nach der von der Verwaltung im August vorigen Jahres eingeleiteten Machbarkeitsstudie und Bedarfsermittlung und der dann folgenden Ausschreibung beworben. "Insgesamt ging alles ziemlich zügig", befand Bürgermeister Frank Frenkel. "Am 3. Mai 2010 haben wir die Anträge im ALFF abgegeben. Ein Lob an dieser Stelle für die schnelle Bearbeitung."

Harbkes Ortsoberhaupt Werner Müller mahnte an: "Die Förderung ist ein wichtiger Schritt. Wichtig ist nun aber auch die zeitnahe Umsetzung." Laut Thomas Malcher ist für 17. August die Bauleitberatung mit den Versorgern angesetzt. Etwa einen Monat später sollte es dann losgehen.

Unterdessen werden jetzt auch Breitband-Förderanträge für die Ortschaften Barneberg, Wackersleben und Druxberge gestellt.