Die Oschersleber Wohnungsgenossenschaft "Neues Leben" will von der Stadt die Damaschkesporthalle kaufen. Nicht, um sie weiter zu betreiben, sondern um das Gebäude abzureißen und um auf dem Gelände Wohnhäuser zu bauen.

Oschersleben l "Aufsichtsrat und Vorstand haben einstimmig beschlossen, bei der Stadt Oschersleben den Kaufantrag für die Damaschkesporthalle zu stellen", informierten zu Wochenbeginn die "Neues Leben"-Vorstände Birgit Tiebe und Jens Schneider bei einem Vororttermin mit Oscherslebens Bürgermeister Dieter Klenke die Öffentlichkeit. "Der Hauptausschuss wird sich bei seiner Sitzung am 11. Januar damit beschäftigen", sagte Klenke. Über den möglichen Kaufpreis für die Halle und die dazugehörige Fläche von 3665 Quadratmetern haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Das sei bei derartigen Verkäufen so üblich, versicherte der Bürgermeister.

Für Klenke seien die von den Gremien des Stadtrates zum Verkauf der Damaschkesporthalle nötigen Beschlüsse "reine Formsache". Nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen, die Halle an neue Interessenten zu veräußern, sei es der Stadt nunmehr sehr daran gelegen, das mehr als 100 Jahre alte Gemäuer zu verkaufen. Der Betreiber eines Fitness-Studios aus Wolmirstedt und eine Oschersleber Investorengruppe hatten ihr bekundetes Kaufinteresse verworfen. Die Pläne von "Neues Leben", die Sporthalle abzureißen und auf dem Grund und Boden Wohnhäuser zu bauen, begrüße die Stadt. "In Oschersleben besteht ein großes Interesse an qualitativ hochwertigem Wohnraum", versicherte Klenke.

Welche Art von Wohnungen "Neues Leben" im Damaschkeweg bauen wolle, stünde nach den Angaben von Vorstand Jens Schneider noch nicht fest. Nach dem Kauf wolle die Genossenschaft die Halle schnellstmöglich abreißen, um Vandalismus zu vermeiden. Ähnlich wie bei der alten Kaufhalle im Wohngebiet Wasserrenne habe die Genossenschaft vor, das Gelände zu sichern, um dann in aller Ruhe ein Konzept zur Neubebauung zu entwickeln. Die Damaschkesporthalle weiterzubetreiben, sei für "Neues Leben" wegen der hohen Investitionskosten nicht in Frage gekommen.

"Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die Sporthalle nicht zu betreiben"

Jens Schneider, WG "Neues Leben"

"Unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist die Sporthalle nicht zu betreiben", verdeutlichte Schneider. Er wisse sehr wohl, dass die Damaschkehalle in Oschersleben sehr viele Freunde habe. Deshalb sei der Abriss als einzig mögliche Variante zwar zu bedauern, aber nicht zu vermeiden, da die Kosten jeden Betreiber erdrücken würden.

Für die Genossenschaft sei das Wohngebiet rund um den Damaschkeweg sehr attraktiv, da "Neues Leben" bereits in der Brockenstraße und der Goethestraße über Wohnungen verfüge. Zudem verwalte die Genossenschaft seit Jahren die Wohnungen, die die Firma Reith im Damaschkeweg baute. Die nahe Lage zum Stadtzentrum, zum Bahnhof und zu Einkaufsmöglichkeiten erhöhe zudem die Attraktivität des Standorts.

"Der Standort der jährlichen Kleintierausstellungen in Oschersleben ist weiter gesichert", stellte der Bürgermeister in Aussicht. Die Stadt werde den Züchtern dafür die Diesterweg-Sporthalle zur Verfügung stellen. Nach der Inbetriebnahme der neuen Sporthalle am Schulstandort Puschkin hatte die Stadt Oschersleben die Damaschkesporthalle stillgelegt. Die erheblichen baulichen Mängel hätten Investitionen verursacht, die sich die Stadt nicht leisten könne. Zudem sind erhebliche Geldsummen aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes geflossen, die den Bau der neuen Sporthalle für Schul- und Vereinssport erst ermöglichten.