Seehausen/LandkreisBörde l Unter dem Punkt "Aufnahmeersuchen von Feuerwehren außerhalb unseres Verbandsgebietes" wurde auf der jüngsten Verbandsversammlung des Feuerwehrverbandes Börde, die jüngst in Seehausen stattfand, erstmals das Austrittsbegehren der Feuerwehr Hohe Börde aus dem Kreisfeuerwehrverband Ohrekreis öffentlich diskutiert. Der Gemeindewehrleiter der Hohen Börde, Axel Klitschke, nahm dazu im Rahmen der Versammlung Stellung.

Die Beweggründe für diese Entscheidung lägen darin, dass man in der Hohen Börde mit der Arbeitsweise des Feuerwehrverbandes Ohrekreis derzeit nicht zufrieden sei. Außerdem würden die 650 Mitglieder der 15 Ortsfeuerwehren der Feuerwehr Hohe Börde in ihrer täglichen Arbeit bereits häufiger mit den Wehren im Bereich der Stadt Wanzleben - Börde zusammenarbeiten. "Wir finden, wir sollten auch auf Verbandsebene enger zusammenarbeiten", fügte Axel Klitschke an und bedankte sich, dass er auf der Verbandsversammlung anwesend sein durfte.

Die Meinungen zu dem Ersuchen gingen zum Teil weit auseinander. "Wenn wir eine Feuerwehr aufnehmen, dann öffnen wir uns auch für andere Feuerwehren außerhalb des Verbandsgebietes", meinte Kamerad Matthias Hinz von der Feuerwehr Oschersleben und warnte vor einem zu großen Verbandsgebiet, in dem der Bezug zu den Feuerwehren verlorenginge.

Lothar Stieler von der Langenweddinger Feuerwehr, sah es als einen kleinen Schritt für das Zusammenwachsen, wenn sich eine Feuerwehr aus dem eigenen Landkreis dem anderen Verband anschließen möchte. Fritz Günther von der Feuerwehr in Gröningen konnte sich ebenso vorstellen, dass man den Verbandswechsel zulässt.

Burkhard Wegner, Stadtwehrleiter aus der Stadt Wanzleben - Börde, stellte sich prinzipiell nicht gegen die Pläne der Feuerwehr aus der Hohen Börde. Gern hätte er aber gewusst, wie weit der Gedanke der Fusion der Feuerwehrverbände des ehemaligen Bördekreises und des ehemaligen Ohrekreises gediehen sind.

Im Südkreis selbst hat man sich, anders als im ehemaligen Ohrekreis, noch nicht zu einer möglichen Fusion beider Verbände positioniert. Damit gäbe es, wie Matthias Hinz betonte, keine offizielle Meinung, die nach außen vertreten werden könnte. Dafür müsste es zunächst eine Grundsatzdiskussion geben.

Frank Alvermann, der als Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes Ohrekreis anwesend war, kannte das Problem bisher nicht und hätte sich seitens der Feuerwehr Hohe Börde eine offene Diskussion im Vorfeld gewünscht. Beide Verbände würden sich nach seiner Aussage bereits als Partnerschaftsverband bezeichnen und hätten in der Vergangenheit - wenn auch mit Schwierigkeiten - bereits Wettkämpfe gemeinsam organisiert. "Wo es Verknüpfungspunkte gibt, arbeiten wir auch bereits zusammen, aber die Fusion ist ein Prozess, zu dem es konstruktive Leute braucht, die daran mitarbeiten", warnte er vor einem Schnellschuss. Er kündigte einen wesentlichen Umbruch im Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Ohrekreis für die nächste Verbandsversammlung im Frühjahr an.

Die Grundsatzdiskussion zur Fusion und auch der Beschluss zum Aufnahmeersuchen von Feuerwehren außerhalb unseres Verbandsgebietes wurde auf die nächste Verbandsversammlung vertagt, die am 14. April 2012 erneut in Seehausen stattfinden soll. Dennoch gab Harald Hinz als stellvertretender Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Börde Axel Klitschke und seinen Mitstreitern den guten Rat mit auf den Weg, dass man erst einmal abwarten sollte, bis sich im März 2012 wohl auch der Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes Ohrekreis erheblich verjüngen werde.

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