Weil die neun Bäume auf dem Oschersleber Marktplatz krank sind und absterben, sollen sie gefällt werden. Einige werden nicht ersetzt. Allerdings muss die Kreisverwaltung den Plänen des Baubetriebsamtes erst noch zustimmen.

Oschersleben l Von ursprünglich zwölf Baumhaseln stehen momentan noch neun auf dem Marktplatz in Oschersleben. Die anderen drei hat die Stadtverwaltung in den vergangenen drei Jahren nacheinander fällen lassen. Der Grund: Sie waren krank. Nun soll es auch den verbliebenen Birkengewächsen an den Kragen gehen.

"Die Kronen einiger Bäume sind komplett trocken, die Kronen anderer Bäume sind teilweise trocken und das Blattwerk ist beschädigt", erklärt Astrid Ertmer, Leiterin der Abteilung Friedhöfe und Grünanlagen im Baubetriebs-amt in Oschersleben.

Bäume haben zum Teil gar keine Wurzeln ausgebildet

Der erste Baum - an der Grenze St. Nicolaikirche/Eiscafé - wurde bereits vor etwa drei Jahren entfernt. Dabei habe man herausgefunden, dass dieser Baumhasel gar nicht richtig Wurzeln gebildet hätte, so Ertmer weiter.

Baum Nummer zwei fiel im Jahr darauf. Auch er sei geschädigt gewesen. 2011 wurde ein dritter Baumhasel aus dem Boden genommen und laut Baubetriebs-amt anschließend untersucht, um die Ursache für das Sterben der 1995 gepflanzten Birkengewächse herauszufinden.

"Ein Gutachter hat sich die Bäume angesehen", bestätigt Baubetriebsamtsleiter Steffen Czerwienski. Den genauen Grund für die schüttere Belaubung habe jedoch auch der Sachverständige nicht angeben können. Stiel-Kies wurde ausgestreut, doch "es hat sich nichts geändert", erzählt Czerwienski. Der zuletzt entnommene Baum habe im Gegensatz zum ersten zwar Wurzeln ausgebildet, sei aber dennoch eingegangen. "Der Marktplatz ist das Aushängeschild der Stadt, deshalb ist eine Umgestaltung notwendig", so Czerwienski.

Aus diesem Grund sollen die neun verbliebenen kranken Baumhaseln gefällt werden. Zwei davon stehen an der Südseite des Rathauses links und rechts neben dem Eingang. Fünf Bäume wachsen auf der gegenüberliegenden Marktplatz-Seite vor der Kirche St. Nicolai, zwei neben dem Parkplatz.

Zwei Bäume soll ersatzlos gefällt werden

Bevor die Bäume gefällt werden dürfen, muss der Landkreis zustimmen. "Es wird eine artenschutzrechtliche Überprüfung geben", erklärt Astrid Ertmer. In dieser werde der Gesundheitszustand der Bäume noch einmal untersucht. Liegt diese Genehmigung vor, sollen die Baumhaseln durch Platanen ersetzt werden. Bis auf zwei: Die beiden letzten Bäume, die mit zwei bereits gefällten Exem-plaren eine Baumreihe vor dem Parkplatz bildeten, werden ersatzlos gestrichen. Die frei werdenden Stellen sollen zugepflastert werden.

"Es gab ein paar Optimierungsvorschläge hinsichtlich der Marktgestaltung", sagt der Baubetriebsamtsleiter. "Die mittleren Bäume werden nicht ersetzt, weil es schwierig ist, wenn Veranstaltungen auf dem Markt sind", fügt er hinzu. Zur besseren Bewirtschaftung des Marktplatzes, beispielsweise beim An- und Abtransport und Aufstellen einer Bühne, sollen die Bäume nicht ersetzt werden. Auch für Veranstaltungen wie der Verkehrssicherheitsaktion "Biker starten sicher", die auf dem Marktplatz beginnt, sei dann mehr Platz.

"Der Bauausschuss hat sich für Platanen entschieden."

Baubetriebsamtsleiter Steffen Czerwienski

Alle anderen Bäume sollen ersetzt werden. "Der Bauausschuss hat sich für Platanen entschieden", sagt Steffen Czerwienski. Das sind Laubbäume, die je nach Art 25 bis 50 Meter hoch wachsen können. "Als Standard setzt man Bäume mit einem Stammumfang von 12 bis 14 Zentimetern. Wir werden etwas größere mit 18 bis 20 Zentimeter Umfang pflanzen", versichert Astrid Ertmer. Wenn die Baumhaseln gefällt worden sind, sollen die Platanen schnellstmöglich an ihre Stelle rücken.

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