Die Bauarbeiten für die neue Biomethananlage liegen im Plan. Die Silos sind mit Maissilage gefüllt. Im Sommer soll das Werk in Betrieb genommen werden. Derzeit werden hierfür die Leitungen verlegt, um das Bioerdgas direkt ins öffentliche Netz einspeisen zu können.

KleinWanzleben l Schweres Gerät bewegt derzeit parallel zur Bundesstraße 246a im Verlauf zu den Klein Wanzleber Klärteichen tonnenweise Erde. Der Leiter der KWS Zuchtstation Klein Wanzleben, Dr. Wolfgang Joachim, erklärt auf Volksstimme-Nachfrage, dass hier das Erdreich aufgeschoben werde, um die Leitungen für die neue Biomethananlage verlegen zu können.

Bauamtsleiter Olaf Küpper sagt dazu: "Die Anlage muss ja schließlich irgendwie ans Netz angeschlossen werden. Das Bauvorhaben sieht eine Verlegung der Leitungen von Klein Wanzleben in Richtung Wanzleben vor. Denn in Höhe des B 246a-Bahnübergangs befindet sich die Zweigstelle, um das Bioerdgas in die Hauptleitung einspeisen zu können."

Der Grundstein für die neue Anlage nahe des Zuckerdorfes war im vergangenen Juli mit großem Bahnhof gelegt worden. Das Werk, das auf Maisbasis laufen wird, erzeugt Bioerdgas und speist dieses direkt in das öffentliche Erdgasnetz ein. Die drei Silos sind fast komplett mit Maissilage gefüllt. "Im Sommer soll die Anlage in Betrieb genommen werden. Die Bauarbeiten liegen im Plan. Hier lagert Mais von 850 Hektar", sagt Dr. Joachim.

Die Anlage soll im Gegensatz zum benachbarten Bioethanolwerk erprobt und geruchsneutral sein. Drei bis vier Arbeitsplätze sollen nach der Fertigstellung geschaffen werden.

Belastungen sind so gering wie möglich zu halten

Die Stadt Wanzleben hatte bereits im Dezember 2009 dem Bebauungsplan "Sondergebiet Energie" südlich der Zuckerfabrik und damit dem Bau der neuen Biomethananlage zugestimmt. Dabei gab die Stadtverwaltung folgende Bedingungen vor: Es solle vermieden werden, dass es durch die Anlage zu einer Geruchsbelästigung für die Bevölkerung kommt. Durch das erhöhte Transportaufkommen und langsam fahrender Fahrzeuge ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Deshalb sei ein Konzept zu erarbeiten, in dem die Belastungen analysiert werden. Daraus resultierend seien Transportstrecken aufzuzeigen, die für die Allgemeinheit die geringfügigsten Belastungen darstellen.

Die RES Projects GmbH aus Hamburg wird den Anlagenbau überwachen und im Rahmen des anschließenden Anlagebetriebes die Projektgesellschaft in Fragen der Rohstoffbeschaffung und -verarbeitung sowie im technischen Betrieb beratend zur Seite stehen. Das Team der RES Projects habe mit der MVV Gruppe bereits mehrere Biogasanlagen erfolgreich realisiert. "Wir freuen uns, hier in Klein Wanzleben unser bisher größtes gemeinsames Biogasprojekt realisieren zu können", hatte Dr. Bernhard Thiersch und Moritz Böcking von der RES Projects GmbH bereits beim Spatenstich gesagt.