Für eine Woche ist das Burggelände in Krottorf fest in der Hand von Jong-leuren, Seiltänzern und Poi-Spielern. 20 Kinder beteiligen sich an dem Ferienprogramm des Mitmachzirkuses von Carlo Curioso. Morgen präsentieren die Nachwuchsartisten das Gelernte während einer Abschlussveranstaltung.

Krottorf l Zwei große bunte Zirkuszelte, mehrere Campingzelte und allerhand Zirkusutensilien bestimmen derzeit das Bild des Burggeländes in Krottorf. Grund für diesen ungewohnten Anblick ist die Ferienwoche der Awolinos, einer Betreuungsgruppe der Oschersleber Arbeiterwohlfahrt, die wöchentlich unter Anleitung des Pädagogen Jens Klamm Zirkusnummern und Choreografien einstudiert.

"Die Awolinos gibt es bereits seit mehr als zwei Jahren. Kurz nach ihrer Gründung entstand die Idee, während einer Woche ein intensives Training zu veranstalten", fasst Jens Klamm, der unter dem Künstlernamen Caro Curioso bekannt ist, zusammen.

Zum zweiten Mal findet die Ferienwoche der Awolinos auf dem Burggelände in Krottorf statt. Neben den Mitgliedern der Betreuungsgruppe beteiligen sich auch weitere Kinder aus Oschersleben und Haldensleben. Insgesamt 20 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 14 Jahren machen bei der Ferienwoche mit.

"Das Training hier ist wirklich intensiv und hat nichts mit Halligalli zu tun", betont Klamm. Von morgens um 9 Uhr bis abends 18 Uhr dauern die Trainingseinheiten der Awolinos. "Unser Ziel ist es, ein neues Programm für unsere Weihnachtsrevue in Oschersleben einzustudieren", so Klamm. Besonderen Wert legt er darauf, dass das neue Programm weniger statisch wirkt als das bisherige. "Wir wollen eine Geschichte mit den Choreografien erzählen."

Ob bei Jonglierübungen mit Poi, Keulen und Bällen oder Balancierstücken mit der Kugel, die Kinder proben gemeinsam in Gruppen unter dem Motto "tanzen und lachen", wie Klamm erklärt. "Was mich besonders freut ist, dass die älteren Kinder den jüngeren etwas beibringen. Es herrscht eine schöne Gruppendynamik." Die Gruppe sei zu einer Art Familie zusammengewachsen, erklärt Jens Klamm.

Mit der siebenjährige Emma Römmer ist auch eine internationale Teilnehmerin dabei. "Da Emma in den USA und in Deutschland aufwächst, hat sie durch die Zirkusgruppe ein Stück Heimat gefunden. Ihr größter Wunsch ist es, die Gruppe einmal nach Amerika einzuladen, um dort gemeinsam ein Programm aufzuführen", sagt ihre Mutter Udine Römmer. Da es ziemlich teuer sei, diesen Wunsch zu erfüllen, hoffen Emma und ihre Mutter auf Sponsoren, die die Kosten für die Anreise übernehmen würden. "Denn vor Ort haben wir genug Platz, die Leute unterzubringen." Wer das Vorhaben mit einer Spende unterstützen möchte, sollte sich per E-Mail an Jens Klamm unter caro-curioso@t-online.de wenden.

Die Trainingswoche in Krottorf sei in dieser Größenordnung nur durch die Hilfe der ehrenamtlichen Mitarbeiter möglich, betont Klamm. Zu ihnen gehören Udine Römmer, Bärbel Zimny, Petra Ulfig, Mandy Pötzinger, Ludwig Klamm, Andrea Lausch, Juliane Schiweck und Fabian Bade. "Ohne sie wäre es nicht möglich."

Eine Kostprobe ihrer einstudierten Zirkusnummern zeigen die Mitglieder der Awolinos während ihrer Abschlussaufführung am morgigen Freitag auf dem Burggelände in Krottorf. Beginn ist um 15.30 Uhr. "Der Eintritt ist frei, und wir freuen uns auf viele Gäste."

Bilder