Die an einer Genmutation, dem so genannten Rett-Syndrom, leidende Josephine Buchholz verbrachte mit ihren Eltern und ihrer Schwester zwei Wochen auf Curacao in der Karibik. Dort nahm das Mädchen an einer Delfin-Therapie teil, wodurch die Fünfjährige für weitere, bisher erfolglose, Behandlungsformen in Deutschland sensibilisiert werden sollte. Seit Sonnabend ist die Familie wieder zu Hause in Oschersleben.

Oschersleben. Als unheilbar krank gilt die fünfjährige Josephine Buchholz aus Oschersleben. Sie leidet an dem äußerst seltenen Rett-Syndrom, das die geistige Entwicklung des Mädchens behindert. Momentan befindet sie sich auf dem Stand einer Halbjährigen, sie kann weder sprechen noch laufen, sitzen oder allein essen. Der Gendefekt löst außerdem Epilepsie-Anfälle aus.

Die Eltern Susanne Brückner und Lars Buchholz unternehmen alles, um das Leben ihrer Tochter zu erleichtern. Sehr besorgt hat sie der Umstand, dass Josi sich selbst immer wieder schlug und dabei auch verletzte. Für sämtliche Behandlungsmethoden war sie zu verschlossen und in die eigene Gefühlswelt zurückgezogen. In ihrer Ratlosigkeit stießen Susanne Brückner und Lars Buchholz auf die Möglichkeit einer Delfin-Therapie für behinderte Kinder. Diese soll den Geist des Teilnehmers für äußere Einflüsse öffnen und aufnahmefähiger werden lassen. Um das kostspielige Vorhaben in die Tat umzusetzen, wurde im letzten Jahr unter anderem in der Volksstimme erfolgreich zu Spenden aufgerufen. (Volksstimme berichtete)

Vor zweieinhalb Wochen reisten Josi, ihre Eltern und ihre ältere Schwester dann nach Curacao in die Karibik zum Dolphin Therapy Center. Bereits während des Hinfluges wurde die Familie mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert, so durften sie beispielsweise Josis Rollstuhl nicht mit in den Flieger nehmen und auch der Autositz, der für das Sitzen im Flieger gedacht war, passte nicht. So wurde der Hinflug zu einer regelrechten Tortur. "Nachdem so vieles schiefgelaufen war, fragte ich mich zum ersten Mal, ob das alles wirklich eine gute Idee war", erinnert sich Lars Buchholz. Doch nach drei Tagen auf der Insel zeigten sich die ersten Veränderungen im Wesen der kleinen Josi. Der enge spielerische Kontakt mit den als empfindsam geltenden Delfinen und auch die Bewegung im Wasser, gemeinsam mit der aus Deutschland stammenden Therapeutin Mandy Kürschner, wirkten sich positiv auf ihre kleine Tochter aus, berichten Susanne Brückner und Lars Buchholz begeistert.

Josi habe plötzlich auffällig häufig gelächelt, sei ruhiger und aufnahmefähiger für Einflüsse aus ihrer Umwelt geworden, so auch für die Worte ihrer Eltern. "Während der zwei Wochen mussten wir nur einmal die Armschienen verwenden, die Josi daran hindern, sich selbst zu schlagen. Die hat sie vorher täglich getragen", sagt Susanne Brückner.

Der aufnahmefähige Zustand, in dem sich Josi jetzt befindet, wird nach Angaben der Therapeuten wohl etwa ein halbes Jahr anhalten. "Das heißt, wir müssen ihr jetzt so viel wie möglich beibringen, auch der Kindergarten muss da gut mit uns zusammenarbeiten", sagt Lars Buchholz.

Doch bereits jetzt schon seien die Erwartungen der Familie übertroffen worden, ist sich das Paar einig.