Die Busverbindung zwischen Blankenburg und Derenburg soll weiter aufgewertet werden. Der Aufsichtsrat der Harzer Verkehrsbetriebe (HVB) beschloss am Dienstagabend, eine dritte Route zu installieren. Grund: Die Fahrgastzahlen sind steigend.

Blankenburg/Derenburg. "Auch wenn die absoluten Zahlen noch nicht befriedigend sind, konnten wir eine deutliche Steigerung der Fahrgastzahlen erreichen", erklärt Gerald Hahne, Abteilungsleiter Verkehr der HVB, im Volksstimme-Gespräch. Nach dem sechsmonatigen Probebetrieb der Linie 282 Blankenburg-Derenburg, der Ende Oktober auslief, verzeichnete die HVB durchschnittlich 74 Fahrgäste pro Tag. Im Mai waren es nur 17 gewesen. Allein diese Steigerung zeige, dass es einen Bedarf für eine Busverbindung zwischen den beiden Orten gebe. Das Problem, so Hahne, sei allerdrings die lange Zeit zwischen den beiden Touren am Morgen – Abfahrt in Blankenburg, Tummelplatz: 8.54 Uhr und 14.54 Uhr. "Deshalb ist vorgesehen, eine dritte Fahrt einzuführen", so Hahne. Der Aufsichtsrat der HVB, dem auch Vertreter der Stadt Blankenburg angehören, stimmte am Dienstagabend diesen Plänen zu. Sie müssen nun noch vom Ordnungsamt der Kreisverwaltung bestätigt werden.

Auch die zusätzliche dritte Tour wird über einen Testzeitraum von sechs Monaten eingerichtet und soll laut Fahrplan um 11.34 Uhr ab Tummelplatz und 11.39 Uhr ab Bahnhof Blankenburg starten. Abfahrt in Derenburg ist dann an der Wernigeröder Straße um 12 Uhr und am Schwimmbad um 12.02 Uhr.

Neu wird auch sein, so Hahne, dass Reisende zum Glaswerk fahren können. Allerdings müssen sie dazu umsteigen: von Blankenburg kommend am Schwimmbad. Dann ist genügend Zeit zur Haltestelle Penny-Markt zu gehen, wo die Linie 282 aus Halberstadt planmäßig hält und zur Glasmanufaktur fährt. Auf der Rückfahrt ist der Umsteigepunkt die Haltestelle "Alter Bahnhof".

"In der Kritik steht jedoch weiterhin, dass weder die Linie noch deren Verlauf auf den Netzkarten der Haltestellen verzeichnet sind, noch auf der Internetseite der HVB sowie im landesweiten Auskunftssystem www.insa.de", meinte gestern Ulrich-Karl Engel, der für die Stadt Blankenburg im Aufsichtsrat der HVB sitzt. Auf Volksstimme-Nachfrage erklärte er außerdem, dass es für ihn nicht nachvollziehbar sei, dass die Stadtverwaltung als Besteller für die Fahrgastinformation zuständig sein soll. "Das geht am Leben vorbei", meinte Engel. Zwar sei der Fahrplan im Amtsblatt abgedruckt worden, doch erwarte wohl kein Fahrgast solche Infos gerade dort. "Linienführung und Fahrplan müssen zu jeder Zeit dort abrufbar sein, wo auch alle anderen Verbindungsinformationen zu finden sind", so Engel. Er habe allerdings nach der jüngsten Aufsichtsratssitzung den Eindruck gewonnen, dass die HVB sehr kurzfristig handeln werde, um die Informationslücken zu schließen.

Erfreut zeigte sich Engel über die gestiegenen Fahrgastzahlen. Seiner Einschätzung nach lägen sie sogar noch höher, da beispielsweise Schülerferientickets nicht extra erfasst würden.