Um die 15 Jahre wird im Freizeitwohngebiet am Hartenberg bei Elbingerode um die Wasserversorgung gestritten. Der Nutzerverein will eine normale Versorgung im Extragebiet – der Wasserverband keine Extrakosten fürs Normalgebiet. 2011 könnte Rechtssicherheit bringen. Ob sie kommt, bleibt fraglich.

Elbingerode. Still ruht der Wald im tiefen Schnee am Hartenberg. Idyllisch muten die verschneiten Häuschen an – und sind es auch. Aber die Idylle hat ihren Preis, was Anfahrt und selbst zu organisierenden Winterdienst betrifft. Und sie hat ein Problem: die Trinkwasserversorgung.

Seit etwa 15 Jahren wird schon ums Wasser gestritten, auch vor Gericht. Die um die zehn Anwohner fordern eine Versorgung zu den Bedingungen wie in Elbingerode, wie es zu DDR-Zeiten gewesen sei. Das lehnte der Wasser- und Abwasserverband Oberharz in den 90-er Jahren ab. Der Allgemeinheit dürften die Kosten für den Hartenberg nicht aufgebürdet werden, so der damalige Geschäftsführer Hünger.

Dagegen schlossen sich die Anwohner in einem Hartenbergverein zusammen und gingen vor Gericht. Sie erstritten nach Jahren eine Lieferpflicht des Wasserverbandes, aber zu den üblichen Konditionen. "Das heißt, zu den Kosten, die der Verband für diese Leitung nur für diese wenigen Nutzer hat", wie der heutige Geschäftsführer, Nikolai Witte, auf Nachfrage sagt. Diese Kosten eingerechnet, liege der Preis für den Hartenberg bei 57,52 Euro pro Kubikmeter.

"Dies kann und will niemand bezahlen", erklärt die Vorsitzende des Hartenbergvereins, Gisela Grecksch. Sie bezweifelt die Kalkulation, Nikolai Witte bekräftigt sie. Und es sei auch noch nicht heraus, so Grecksch, ob die Verbandsmitglieder in den Orten von Stiege bis Elend nicht doch die etwa zwei bis drei Cent mehr bezahlen würden, um die Versorgung am Hartenberg zu sichern.

"Wir dürfen die Allgemeinheit nur mit den Kosten belasten, die auch wirklich zu tragen sind", bekräftigt hingegen Witte und lehnt die Versorgung dort ab. "Es würden etwa 150 Kubikmeter Wasser abgenommen, dafür müssten aber 2000 Kubikmeter durchfließen, um die Leitung in Schuss und sauber zu halten", argumentiert Witte. Deshalb habe der Verband erneut einen Antrag auf Befreiung von der Versorgungspflicht am Hartenberg gestellt, Ausgang offen.

"Man hätte damals die Leitung übernehmen und verkleinern sollen", sagt Roland Kirsch. Der Ilsenburger hat einen Zweitwohnsitz am Hartenberg. "Es ist wunderschön, ich bin gern hier und nehme dafür auch manchen Mehraufwand in Kauf", sagt Kirsch.

Den Winterdienst etwa hätten die Anwohner gemeinsam organisiert und bezahlen ihn gemeinsam. Warum das beim Trinkwasser nicht funktioniert, wisse er nicht. Ein Preis von 57,52 Euro für den Kubikmeter sei für ihn aber indiskutabel. "Brauchwasser ist da, das bisschen Trinkwasser kann ich mir dann auch noch mitbringen", so Roland Kirsch.

Das Angebot an den Verein, die Leitung zu übernehmen und dann Wasser für den normalen Preis von 3,90 Euro zu erhalten, steht laut Nikolai Witte immer noch. Vielleicht würde eine Aussprache mit allen Anwohnern am runden Tisch helfen, so Kirsch: "Ein weiterer Rechtstreit kostet nur wieder Geld und Zeit, wem soll das nützen?" – "Es würde beiden Seiten Rechtssicherheit bringen", sagt Witte. Ob es so kommt, bleibt indes offen.

 

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