Kunden der Stadtwerke Blankenburg flatterten gestern wieder Briefe ins Haus. Inhalt: Zwar wird Erdgas etwas günstiger, dafür steigt der Strompreis an. Zur jüngsten Preisentwicklung hakte die Volksstimme bei Stadtwerke-Chefin Evelyn Stolze nach.

Blankenburg. Gleich zwei Briefe schickten die Stadtwerke Blankenburg in dieser Woche an ihre Kunden. Enthielt der eine durchaus gute Nachrichten, wurde die Freude mit dem Öffnen des zweiten Kuverts gleich wieder getrübt. Für die meisten Haushalte, die zwischen 101 und 3638 Kilowattstunden Strom im Jahr verbrauchen, steigt der Strompreis von derzeit 21,15 Cent auf 25,17 Cent. Gleichzeitig beschloss der Aufsichtsrat am Montagabend eine Erhöhung des Grundpreises ab 1. Januar von 56,40 Euro auf 67,11 Euro im Jahr.

Begründet wird die Anhebung mit der erneut gestiegenen Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) der Bundesregierung. "Wir haben geprüft, ob wir durch Kosteneinsparungen im eigenen Haus dem entgegen wirken können", erklärt Stadtwerke-Geschäftsführerin Evelyn Stolze gegenüber der Volksstimme. Habe dies im vergangenen Jahr noch geklappt – Stolze: "2010 haben wir den Strompreis stabil gehalten, obwohl wir auch schon eine EEG-Erhöhung hatten. –, habe das Unternehmen nunmehr keinen Spielraum und müsse die Preiserhöhung an die Kunden weitergeben.

Dass die EEG-Umlage derart durchschlägt, sei vor allem dem Ausbau von Solarkraftwerken und den damit verbundenen hohen Einspeisevergütungen geschuldet, so Evelyn Stolze. Statistisch habe es in diesem Jahr in Deutschland den größten Zuwachs an Solareinspeisungen gegeben. "Die installierte Leistung wird sich von 2009 zu 2011 bundesweit verdreifachen", so die Stadtwerke-Chefin. Das Kuriose: "Egal, wo diese Anlagen stehen: Wir müssen alle dafür bezahlen."

Gehen die geplanten Photovoltaikanlagen am Schlackeberg und am Regenstein ans Netz, dürfte sich die in Blankenburg installierte Leistung in nur zwei Jahren versechsfachen. Bei lukrativen 34 Cent pro erzeugter Kilowattstunde kein Wunder, meint Evelyn Stolze.

Immerhin hat sie für ihre Gaskunden wieder positive Nachrichten: "Nach zwei Senkungen im Jahr 2009 können wir nun zum dritten Mal in zwei Jahren den Gaspreis drücken." Für das kommende Jahr seien den Stadtwerken gute Lieferkonditionen und Preise angeboten worden. Evelyn Stolze: "Wir konnten einen guten Vertrag abschließen und legen diese Preise auf unsere Kunden um."

Dies ist zumindest für einige Haushalte ein kleiner Trost: Wer beispielsweise 15000 Kilowattstunden Gas und 3500 Kilowattstunden Strom verbraucht, der bezahlt künftig für den Strom genausoviel mehr, wie er beim Gas einspart: nämlich 63 Euro.

Für nähere Informationen steht das Kundencenter der Stadtwerke Blankenburg zur Verfügung, Telefon (03944) 90010. Die Preisänderungen gelten ab 1. Januar 2011.