Blankenburg (jni). Einige hundert Schaulustige tummelten sich Sonnabendfrüh rund um das Gelände des Blankenburger Bahnhofs. Und es gab allerhand zu sehen, denn der Katastrophenschutz des Harzkreises hatte zu einer Übung alarmiert. Trainiert wurde ein komplexes Szenario, das es in der Realität besser nicht geben sollte. "Bei einem Bahnunfall mussten Menschenleben gerettet, Brände bekämpft und eine Umweltgefahr gebannt werden", erklärte Einsatzleiter Werner Greif, zugleich Blankenburgs Stadtwehrleiter.

Teil eins der Übung startete um 9 Uhr. Dabei mussten etwa 15 Schwerverletzte aus einem Zug gerettet werden. Seit morgens um 4 Uhr waren deshalb Mitglieder des Deutschen Roten Kreuz aus Blankenburg damit beschäftigt, die Verletzten optisch "herzurichten". Das dürfte ihnen ebenso gut gelungen wie den Rettungskräften, die sich Bestnoten verdienten.

Etwas problematischer, allerdings von der Aufgabenstellung auch komplexer, ging es auf dem FEW-Gelände zu. Hier brannte ein Waggon, von einem anderen war ein Fass mit Chemikalien gekippt und hatte Arbeiter verletzt. Hier zeigten sich nach Greifs Worten "Ausbildungsdefizite", die ausgewertet und abgestellt werden müssen. Am Einsatzwillen der ehrenamtlichen Helfer lag es allerdings nicht, aber Spezialszenarien werden nur selten geübt, da können sich Fehler einschleichen.

Keine Gnade kannte übrigens Helmut Banse, der Chef der Cattenstedter Dekontaminierungstruppe. Als ein Heimburger durch "verseuchtes Gebiet" lief, musste er so, wie er war unter die Anti-Giftdusche. Da half kein Lamentieren - "Im Ernstfall wärst du jetzt tot", gab Banse dem Kameraden mit auf den Weg.

Insgesamt gesehen hatte die Großübung ihren Zweck erreicht. Einsatzkräfte aus dem Blankenburger Raum, unterstützt von Oberharzern und Spezialtrupps von Wehren der Altkreise Halberstadt und Quedlinburg leisteten ganze Arbeit.

Werner Greif dankte nicht nur allen Teilnehmern, sondern auch dem Verein Brücke, der Deutschen Bahn AG und dem Unternehmen Veolia, auf deren Gelände die Übung stattfand. Und Brücke konnte auch geholfen werden. Der entflammte Waggon sollte ohnehin zu einem "Cabrio" umgebaut werden. Deshalb ließ ihn die Feuerwehr kontrolliert abbrennen.

"Das war im Vorfeld so vereinbart worden. Die Kameraden brauchten etwas Brennbares und wir waren froh, die Aufbauten nicht demontieren zu müssen. Unsere Bitte war nur, dass das Fahrgestell nicht ausglüht. Und da haben sie bewiesen, dass sie auch mit den Löschschläuchen gut zielen können", schmunzelte Peter Speer vom Verein Brücke nach dem Ende des ungewöhnlichen Einsatzes.

   

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