Die Info-Tafeln sind abgebaut, das Gras gemäht - der Vortragsplatz der Harzer Urania oberhalb der Rappbodetalsperre ist winterfest. Über 37 000 Besucher wurden in diesem Jahr betreut, etwa 3000 weniger als im Vorjahr. Die Zahlen von Ganztagsgästen und ausländischen Besuchern aber steigen. Auf Kritik stößt die Parkplatz-Toilette.

Rübeland. Besseres Wetter hätte die Harzer Urania nicht haben können: Bei verhaltener Sonne, Wärme und einer Laubfärbung wie im amerikanischen Indian Summer holten die Mitglieder des Vereins Harzer Urania ihre Fahne an der Rappbodetalsperre ein. Die Vortragssaison ist zu Ende.

Über 37 000 Besucher wurden seit April hoch über dem Staudamm mit der höchsten Betonmauer Deutschlands begrüßt. Das sind etwa 3000 weniger als letztes Jahr. "Wir hatten fünf volle Ausfalltage wegen extremen Wetters", erläutert Urania-Sprecherin Angela Scholl. Bei zu warmem Wetter scheuen die Leute ebenso wie an kalten Tagen den Weg hinauf zum Aussichtspunkt. Dafür werde ein Ganztagesaufenthalt immer beliebter, bei dem nicht nur die Talsperre zum Ziel wird.

Quasi im Verbund geht es dabei ins Informationszentrum des Talsperrenbetriebs, zur Harzköhlerei bei Hasselfelde und nicht selten auf eine Floßfahrt über den Wendefurther Stausee. "So haben die Gäste einen reichhaltigen Eindruck vom Harz", erklärt Angela Scholl. Und die Urania leiste dazu gerne ihren Beitrag.

Anteil ausländischer Besucher steigt rapide

Sechs Vortragsredner und sechs Kassenwarte bilden an der Rappbodetalsperre stets Zweierteams, die sich alle zwei bis drei Tage abwechseln. 15 große Schautafeln informieren die Besucher unaufdringlich über Fauna und Flora, Talsperrensystem sowie – "in diesem Jahr sehr gefragt", so Scholl – über die Nutzung der Wasserkraft zur Energieerzeugung.

Die Besucher kommen aus ganz Deutschland. Auch mal in großen Gruppen wie jene 250 Abiturienten aus dem Europa-Gymnasium Bitterfeld, die den Besuch für schulische Arbeiten nutzten. Der Anteil von Europäern anderer Länder steigt rapide an. Deshalb, so informieren Urania-Chef Ewald Kresse und Talsperren-Experte Helmut Pape, soll es die wichtigsten Informationen ab nächstes Jahr außer auf Deutsch auch in Englisch, Dänisch, Niederländisch und Französisch geben. So, wie sich der Bedarf entwickelt habe.

Um so beschämender sei es, so wird leider auch festgestellt, dass bei diesem wachsenden internationalen Interesse die öffentliche Toilette immer wieder Gegenstand von Beschwerden der Besucher war. Unregelmäßige Öffnungszeiten, mangelnde Sauberkeit oder gar Pöbeleien gegenüber Gästen seien den Urania-Leuten und auch Mitarbeiterinnen der Stände am Großparkplatz öfter zu Ohren gekommen. "Es wird höchste Zeit, dass sich die Stadt Oberharz kümmert", so Georg Reif, "das Problem muss doch dauerhaft zu lösen sein".

Toilettenproblem müsste zu lösen sein

Für die etwa 40 Urania-Mitglieder aus Wernigerode, Blankenburg, Hasselfelde und anderen Orten ist das Saisonende ein kleines Fest, aber auch Anlass, Dank zu sagen. So an die Forst und das Team vom Jugendwaldheim Drei Annen Hohne für die Unterstützung beim Bau einer Sitzgruppe.

Gedankt wird auch dem Talsperrenbetrieb für die gute Zusammenarbeit, die 2011 natürlich fortgesetzt werde. Ab April stehen die Vortragsredner dann wieder parat, um einen der spektakulärsten Ausblicke der Region mit Informationen anzureichern und den Besuch zu einem Erlebnis zu machen.

 

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