Eine Chance für Bauherren und eine reizvolle Herausforderung für Architekten soll der Architektur-Wettbewerb "Mut zu Lücke" sein, der nun auch in Blankenburg anläuft. Für zwei innerstädtische Baulücken werden bis Mitte nächsten Jahres die besten Gestaltungsentwürfe gesucht.

Blankenburg. Die Blankenburger Innenstadt ist nicht gerade arm an Häuserlücken. Jahrzehntelanger Verfall, aber auch Feuerkatastrophen haben dafür gesorgt. An zwei besonders neuralgischen Punkten sollen diese entstandenen Lücken durch einen Architektur-Wettbewerb wieder geschlossen werden. Solch ein Wettbewerb, so sind sich die Architektenkammer Sachsen-Anhalt und die Stadtverwaltung einig, sei sowohl eine Herausforderung für die beteiligten Architekten, motiviere aber auch Eigentümer oder potenzielle Käufer, ihre Grundstücke nach den Siegerentwürfen auch wieder zu bebauen. Auf Vorschlag der Stadtverwaltung werden für zwei Baulücken "zeitgemäße Planungsvorschläge und erschwingliche Lösungen" gesucht: die Ruine Schulstraße 11 sowie die nach einem Brand abgetragenen Gebäude Marktstraße 4 und 5.

"Unser Wunsch ist es vor allem, Anreize für junge Familien zu schaffen", erklärte Beate Kretschmer, Mitarbeiterin des städtischen Bauamtes, bei der gestrigen Auftaktveranstaltung im Rathaus. Zudem hoffe sie auf Vorschläge, die "nicht 0-8-15 sind, sondern etwas Besonderes."

Für Frank Mahnke, Mitarbeiter der Unteren Denkmalschutzbehörde der Harzkreisverwaltung, bieten die beiden Baulücken ganz besondere Herausforderungen. Zum einen liegen sie an steilen Hanglagen, zum anderen sollen die historisch gewachsenen Straßenkanten erhalten bleiben und trotzdem Möglichkeiten für Autostellplätze geschaffen werden. Mahnke sprach sich dafür aus, die historischen Proportionen und die Dachformen samt Ziegeldeckung im Sanierungsgebiet beizubehalten. "Der Bau selbst muss aber zeitgemäß sein", erklärte er. "Das ist eine wirklich reizvolle Aufgabe", so Mahnke.

"Deswegen gibt es diesen Wettbewerb", erklärte Petra Heise, Geschäftsführerin der Landes-Architektenkammer. Aus ihrer Sicht sind die ausgewählten Baulücken "ideal und genau das, was wir suchen".

Sie ruft nun alle Architekten auf, sich an dem Wettbewerb unter dem Motto "Mut zur Lücke" zu beteiligen. Er wird vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr gefördert. Außer in Blankenburg läuft der Wettbewerb auch noch in den Lutherstädten Wittenberg und Eisleben, in Stendal, Schönebeck und Halberstadt. Mit der Präsentation der Ergebnisse wird im August 2011 gerechnet.