Ilsenburg (rar). Die Braunschweiger Agentur war vom Chef der Harzlandhalle Andreas Jana eindringlich vorgewarnt worden. Für kubanische Musik gebe es in der Region zu wenig Publikum. Doch der Veranstalter wollte darauf nicht hören.

So verloren sich am Sonnabend bei "Pasion de Buena Vista" nur knapp 300 Zuschauer in der Halle, die eigentlich fast 2000 Gäste fasst.

Doch wurde das anfänglich noch auffallend zurückhaltende Publikum nach spätestens einer halben Stunde vom kubanischen Temperament auf der Bühne derartig mitgerissen, dass man auf beiden Seiten der "Rampe" bald zu vergessen schien, dass der Auftritt der zehnköpfigen Band, zwei Solisten und sechs Tänzer beinahe auch im Foyer hätte stattfinden können.

Dabei hangelten sich die Kubaner vor perfekter Kulisse tapfer von einem Titel zum anderen. Und das ganz so, als spielten sie, wie eigentlich gewohnt, vor mehreren tausend Begeisterten. "Heiße Rhythmen, mitreißende Tänze, exotische Schönheiten und traumhafte Melodien, die einen durch das aufregende Nachtleben Kubas entführen", wurden versprochen. Und genau das wurde in Harzlandhalle dann auch geboten. So schien es nur eine Frage der Zeit, bis es die ersten im Publikum nicht mehr auf ihren Stühlen hielt.

Wenig später waren es Dutzende, die ihren Gefühlen bei Son, Rumba, Mambo, Salsa oder Cha-Cha-Cha freien Lauf ließen, bis sie schließlich auf der Bühne selbst Teil des mitreißenden Programms werden sollten. Nachdrücklich in Erinnerung bleiben dürften vor allem die zum Teil akrobatisch anmutenden Tanzeinlagen. Sie haben Lust auf mehr gemacht, auf viel Meer: am liebsten gleich auf Karibik. Jedenfalls bei den knapp 300 begeisterten Zuschauern. Stürmischen Beifall und Zugaben am Schluss des Programms. Da hörte es sich für einen Moment ganz so an, als wären es doch Tausende gewesen. Noch mehr Lebensfreude geht nicht.