Am 15. April 2004 waren die ersten 50 Bäume für das Bürgerwäldchen der Landesgartenschau 2006 gepflanzt worden. Inzwischen sind es mehr als 300, und die Wernigeröder Parkanlage ist damit ausgebucht. Der letzte, eine Linde, steht seit Sonnabend auf der Zaunwiese.

Wernigerode. "Dass es so gut angenommen wird, war damals nicht klar." Sandra Pech begrüßte am Sonnabendnachmittag mehr als 50 Gäste zum Pflanzen der letzten 15 Bäume auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau.

Die technische Leiterin des Bürgerparks: "Wir müssen einen Schlussstrich ziehen, weil wir ja kein Wald werden wollen." Sandra Pech erinnerte daran, dass Frank Schmidt die Ursprünge für die Anlage gelegt hatte. Beim Sichten alter Unterlagen habe sie zwei A4-Seiten gefunden. Darauf war von Wernigerodes Gartenamtsleiter "fein säuberlich aufgelistet" worden, welche Gehölze für den Park geeignet sind und was sie kosten. Heute stehen im Bürgerwäldchen und gesamten Parkareal insgesamt 300 Bäume in 46 Arten. 47 davon sind Linden. Manche, wie zum Beispiel Platane oder Mammutbaum, gibt es nur ein einziges Mal. Dazu gesellen sich 300 Granitstelen mit aufgeklebten Plaketten. Dies alles zusammen bedeutet einen großen finanziellen und ideellen Wert. Und, so die Gartenbauexpertin Sandra Pech weiter: "Zwei Drittel sind von Einwohnern der Stadt gespendet worden." Manche davon erwiesen sich als "Wiederholungstäter".

Für den Förderverein des Bürgerparks nutzte Vorstandsmitglied Frank Schröder die Gelegenheit für eine kurze Bilanz. Demnach waren am 15. April 2004 die ersten 50 Bäume gepflanzt worden. Der Zuspruch erwies sich als so groß, dass bereits im Herbst jenes Jahres die nächsten 100 folgten. Mittlerweile strahlt die Aktion längst nach draußen. So unter anderem durch Pflanzungen in Benneckenstein und Stapelburg.

"Niemand muss traurig sein", tröstete auch Frank Schmidt die Besucher. Der Gartenamtsleiter nannte den Wildpark "Christianental", Tiergarten und Schierker Kurpark als weitere Beispiele solch bürgerlichen Engagements für die Verschönerung und Umweltliebe.

"Niemand muss traurig sein"

15 Bäume waren es am Sonnabend insgesamt, die von Paten gepflanzt wurden. Die Anlässe waren sehr unterschiedlich, wie bei den "anderen 285 auch", sagte Sandra Pech. Als letzten Spender, der seinen Baum auf der Zaunwiese pflanzte, habe sie Michael Schilling ausgewählt. "Er hat die Geschichte von Anfang an miterlebt", würdigte sie ihren einstigen Kollegen. Zunächst als Mitarbeiter des städtischen Grünamtes, später dann "ausgeliehen" an das Team der Landesgartenschau. 2009 feierte der heute 31-Jährige zudem im Bürgerpark seine Hochzeit. Sandra Pech: "Das ist ein runder Abschluss für mich. Der erste Baum wurde ganz im Osten gepflanzt, der letzte jetzt hier im Westen."

Michael Schilling ist wegen einer schweren Erkrankung an den Rollstuhl gefesselt. Die Linde, die er gemeinsam mit Ehefrau Heike, Freunden und Familie pflanzte, ist seiner zweijährigen Tochter Emely gewidmet.

 

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