Derenburgs Karnevalisten sind weder von Schneesturm noch von Dauerregen vom Feiern abzuhalten. Am Sonnabend eröffneten sie ihre 54. Session auf dem Marktplatz. Petrus hatte allerdings pünktlich zur Vorstellung des neuen Prinzenpaares ein Einsehen mit den durchnässten Jecken.

Derenburg. Ist Petrus doch ein "Strohkopp" oder hatte er einfach nur ein Einsehen mit den knapp 100 Unentwegten, die am Samstagmorgen frohgelaunt die 54. Karnevalssession in Derenburg eröffneten? Als der Spielmannszug "Blau-Weiß" kurz vor 11 Uhr am "Weißen Adler" losmarschierte, regnete es noch Bindfäden. Doch pünktlich, als Karnevalschef Karsten Selle auf der Rathaustreppe die Närrinnen und Narren begrüßte, hörte es auf.

Und so durfte das Volk mit dem "Beistand von ganz oben" ihrem neuen Prinzenpaar huldigen. Und das stammt ausgerechnet aus jener Stadt, die im Zuge der Gebietsreform die Derenburger so jäh verschmähten: aus Wernigerode. Peggy I. und Jens-Peter I. – beide mit dem bürgerlichen Nachnamen Klug – regieren nun bis Aschermittwoch in "Strohkoppshausen". "Wir haben viele Freunde in Derenburg, sind seit Jahren Mitglieder im Schützenverein und machen auch immer die Umzüge mit", ist das neue Prinzenpaar allerdings in ihrem närrischen Reiche bestens bekannt. "Wir sind stolz, dass wir das Vertrauen bekommen haben", sagte Jens-Peter Klug unter dem Jubel der Jecken und lud sie herzlich zu den vier Abendveranstaltungen, zum Rentner- und zum Kinderkarneval ein.

Angesteckt vom Karnevalsfieber seiner Eltern wurde auch Sohnemann Benjamin-Steven. Der 15-Jährige bildet zusammen mit seiner Klassenkameradin Lisa-Marie Brett-Kremer das aktuelle Kinderprinzenpaar.

Eine Premiere feierte auch Wolfgang Sagner, der als Vertreter des Vertreters des Ortsbürgermeisters den Rathausschlüssel an Peggy I. überreichte. "Oberbürgermeister" Hanns-Michael Noll hatte schließlich die Ehre, zusammen mit den Prinzenpaaren die Session mit dem traditionellen Schneewalzer auf dem Marktplatz zu eröffnen. Besonders großen Applaus erhielten die Funken mit ihren Tänzen. "Wir haben zuvor nur zweimal geübt", war Trainerin Helga Weinhonig ganz stolz auf ihre Mädchen.

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