Blankenburg (euh). Der Telefonanruf einer aufgeregten und empörten Blankenburgerin erreichte die Harzer Volksstimme. Die junge Frau hatte am Abend wegen einer Blasenentzündung mit starken Schmerzen zu kämpfen und brauchte dringend ärztliche Hilfe. Deshalb suchte sie die Telefonnummer des Notarztes heraus. Allerdings sei dieser in den darauffolgenden 90 Minuten nicht zu erreichen gewesen. Auch im Krankenhaus am Thie habe es lediglich die Antwort gegeben: "Bitte wenden Sie sich an den diensthabenden Notarzt!"

"Ich habe mich dann trotz Schmerzen ins Auto gesetzt und bin ins Harz-Klinikum nach Wernigerode gefahren. Nach etwa viereinhalbstündiger Wartezeit bekam ich dort ein Antibiotikum, das die Schmerzen linderte und die Heilung einleitete", schilderte die Frau.

Was war falsch gelaufen? Die Volksstimme hakte bei einem Blankenburger Notarzt nach: Die Patientin habe einen Fehler begangen, betonte Dr. Diethelm Siebert im Volksstimme-Gespräch. "Wenn der Notarzt im Einsatz bei einem Patienten ist, kann er Telefongespräche meist nicht persönlich annehmen", so der Mediziner. "Hätte sie nur auf den Anrufbeantworter gesprochen, dann hätte sich der Kollege bei ihr zurückmelden können", erklärte er. Gerade davor würden sich aber viele Patienten scheuen. Und ein Handy habe ein Arzt während einer Behandlung auch nicht immer "am Mann".

Dr. Siebert rät auch im Namen der anderen diensthabenden Notärzte allen Menschen, die ärztliche Hilfe benötigen: "Ist der Arzt nicht persönlich erreichbar: auf den Anrufbeantworter sprechen, den Namen, die Adresse und die Telefonnummer hinterlassen sowie das gesundheitliche Problem schildern und einen Rückruf abwarten." Wird die Wartezeit zu lang und das Problem zu ernst, gebe es immer noch die Möglichkeit, den Rettungsdienst unter der Nummer 112 anzurufen.