Wernigerode. Mit Unterschriften und einem Handschlag hat der stellvertretende Schulleiter Reinhard Röse Geschichte geschrieben. Röse besiegelte den ersten Kooperationsvertrag der Sekundarschule "Thomas Müntzer" mit einem Betrieb – der Getriebe- und Antriebstechnik in Wernigerode (GAW). Mit der Partnerschaft soll den Schülerinnen und Schülern künftig die Berufsorientierung und -vorbereitung erleichtert werden. "Die Jugendlichen sollen so früh wie möglich einmal in die Arbeits- und Wirtschaftswelt reinschnuppern können", sagte Wernigerodes GAW-Geschäftsführer Rainer Gillmann.

Berufseinblick dank Schnupperpraktika

Dafür bietet das Unternehmen den Thomas-Müntzer-Schülern, die Interesse an Metall und Technik haben, künftig einwöchige Schnupperpraktika an. Außerdem sollen Bewerbungstrainings stattfinden.

"Wir werden die Bewerbungsmappen der Schüler auf Fehler oder Verbesserungsmöglichkeiten prüfen und sie mit ihnen besprechen", versprach Gillmann. Einige Schüler erhielten schon einen kleinen Blick hinter die Kulissen des Unternehmens, das der Automobilindustrie unter anderem Motor- und Getriebeteile zuliefert.

In den riesigen Hallen sind moderne, computergesteuerte Maschinen am Werk. Deswegen sollten die angehenden Auszubildenden vor allem in Mathe und Physik fit sein.

Computerprogramme selber schreiben

"Während der dreieinhalbjährigen Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker müssen auch Computerprogramme für unsere Roboter-Maschinen geschrieben werden", so Ausbildungsleiter Frank-Karsten Graßhoff. In den ersten zwei Jahren der Ausbildung werden die Lehrlinge in der hauseigenen Lehrwerkstatt zunächst mit den Grundlagen vertraut gemacht. Dazu gehört zum Beispiel das richtige Bedienen der Dreh- und Fräsmaschinen.

Betriebserkundungen sollen in Zukunft dazu beitragen, dass sich die Jugendlichen ein Bild von den Berufen Mechatroniker sowie Zerspanungs- und Werkzeugmechaniker verschaffen. Gillmann: "So können wir feststellen, wem das Arbeiten mit Metall wirklich Freude bereitet."

Eines steht fest: Dank des Kooperationsvertrages werden Bewerbungen der Thomas-Müntzer-Schüler bevorzugt behandelt. Das Ziel von Gillmann ist es, mindestens 20 Auszubildende zu beschäftigen – und am liebsten den talentierten Nachwuchs vor Ort.

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