Über die etwa 400 rotbraunen Kühe auf grünen oder gelben Weiden der Stadt Oberharz freuen sich Einheimische wie Touristen. Harzkühe sind deutschlandweit bekannt, dafür sorgt hauptsächlich das Team von Brockenbauer Uwe Thielecke aus Tanne. Die Spitzen der Stadt Oberharz würdigen seinen Einsatz und sichern Unterstützung zu.

Elbingerode. "Ob Landschaftspflege, Wirtschaftskraft für die Stadt Oberharz oder die touristische Werbewirkung nach außen - Bauer Thielecke ist für uns nicht wegzudenken und erhält alle Unterstützung, die wir geben können."

Das sicherte Stadtbürgermeister Andreas Flügel am Mittwoch bei einem Treffen der Verwaltungsspitze mit Uwe Thielecke aus Tanne, größter hiesiger Züchter des Roten Höhenviehs, Harzer Schlag, zu. Anlass war eine Aussprache über Lärm und Fahrbetrieb bei der Unterhaltung der rund 400 rotbraunen Kühe.

Die Rinder stehen mittlerweile fast in jedem der zehn Ortsteile der Stadt Oberharz am Brocken sowie bei Schierke. "Das ist eine logistische Herausforderung für meinen Betrieb mit zwei Angestellten und einem Lehrling. Wir versuchen alles Mögliche, um die Belastungen für Einwohner, zum Beispiel in Königshütte, so gering wie möglich zu halten", sagte Uwe Thielecke zu.

Die jungen Frauen dürfen Traktor fahren

Das betreffe die Einhaltung der Nachtruhe bei der Ernte ab 22 Uhr, obwohl das bei Erntewetter manchmal schwerfalle. Und es betreffe auch die Vermeidung von Sonntagsfahrten, obwohl auch die vom Gesetz her möglich seien. "Viele Arbeiten sind aber unaufschiebbar und müssen erledigt werden, dafür bitten wir um Verständnis", so Thielecke.

Er habe extra teure und große Technik angeschafft, um weniger Transportfahrten zu haben, Arbeiten schneller erledigen zu können. Und wenn es manche auch nicht glauben wollen - die jungen Frauen im Betrieb, Thieleckes Töchter Julia und Sarah, dürfen und können die großen Trecker fahren, wurde in der Runde schmunzelnd hervorgehoben. Ältere Anwohner in Königshütte hätten das bezweifelt.

"Über solche kleinen Probleme muss gesprochen werden, die lösen wir, aber ansonsten kann ich Bürgermeister Flügel in seiner Würdigung nur beipflichten", sagte Königshüttes Ortsbürgermeister Volker Kastius. Das Thema werde demnächst im Ortschaftsrat Königshütte auf den Tisch kommen. Kastius: "Der Brockenbauer ist eine absolute Bereicherung für die ganze Region, großes Lob dafür! Er muss Geld verdienen und macht zugleich sehr gute Werbung für uns alle, ein Pfund, mit dem wir wuchern sollten."

Königshüttes Ortschef spielte dabei auf den wirtschaftlichen Beitrag für die Stadt, aber auch auf die Attraktivität und Medienpräsenz des Tanner Bauernhofs an. Vorträge für Gäste aus aller Welt sind gang und gäbe. Zig TV-Drehteams und auch Politiker vieler Parteien und Ebenen geben sich bei Thieleckes seit Jahren die Klinke in die Hand, wollen erstmal informiert und betreut sein.

"Für uns, die Stadt und den ganzen Harz sind Herr Thielecke und seine Kühe Botschafter", lobte Cathleen Hensel, Tourismuschefin der Stadt Oberharz. "Es kommen oft Leute und fragen, wo die Kühe sind, wir geben dann Tipps: Fahren sie mal da lang ..."

Und Sonntag wieder, bei "Wunderschön"

Sie wisse sehr wohl, so Cathleen Hensel weiter, wie viel Arbeit hinter den Kulissen jedes Films stecke, die neben der eigentlichen Rinderzucht geleistet werden müsse. Der Brockenbauer und die Rinder stünden genau für das, womit die Stadt werbe: Natur, Ursprünglichkeit, ländliches Leben. "Nach jedem Filmauftritt steigen die Anfragen bei uns an", so die Tourismuschefin.

Vermutlich wird das nächste Woche auch passieren. Denn am Sonntag sind die Harzkühe wieder zu sehen, diesmal im WDR-Fernsehen, ab 20.15 Uhr in der Sendung mit dem vielsagenden Titel "Wunderschön".