In einer konzentrierten Aktion wurde das Wahrzeichen von Rübeland Dienstagabend vom Felsen geholt. Der gut zwei Tonnen schwere Steinbär wurde eingelagert und soll nun untersucht werden. Ein Wiederaufbau ist "auf jeden Fall" geplant.

Rübeland. Es ist 20 Uhr und stockdunkel. Dicke Schneeflocken treiben durch die wenigen Lichtflecke an der Hermannshöhle und gegenüber auf der verschneiten Herzklippe.

Trotzdem machen sich dort oben zwei Bergexperten zu schaffen. Karsten Distel und Mathias Reichardt von der Bergsicherung Ilfeld versuchen, das Fundament des etwa zweieinhalb Meter hohen Kolosses zu lösen. Zuviel Licht, hieß es, würde eher blenden als helfen. So reichen Helmstrahler und wenige Lampen für die Fachmänner aus. Marian Pohl bedient mit viel Gefühl den herangerollten Autokran der Fels-Werke. Zuvor hatte die Straßenmeisterei die Durchfahrt mit rotleuchtenden Barrieren pünktlich gesperrt.

Am Fuße der Klippe hat sich indessen trotz des miesen Wetters eine kleine Menge Neugieriger versammelt: Stadtbürgermeister Andreas Flügel ebenso wie Ortsbürgermeister Uwe Anderfuhr, Höhlen- und Tourismuschefin Cathleen Hensel, Bärenexperte Holger Stenzel und einfach Neugierige. Schließlich geht es um das Wahrzeichen des Höhlenortes. "Wann hat man schon mal die Gelegenheit, unseren Bären so nah zu sehen", meint selbst Uwe Anderfuhr, der das Standbild Mitte der 80-er Jahre mit aufgestellt hat. Alle Blicke gehen immer wieder nach oben, ins spärlich erleuchtete Schneetreiben.

Auf der Klippenspitze zahlt sich nun aus, dass die Bergsicherung schon den Nachmittag über das Anschlagen, die Verbindung von Bär und Kranseil, vorbereitet hat. Weitere Seile werden dem Bären um die Hüfte gelegt, dann wird er sachte angehoben. Bange Fragen: "Bewegt er sich?" Ja. Nein, doch nicht. Noch ein Seil ist nötig, dann wieder anheben.

Plötzlich ruckt das 2,2 Tonnen-Tier, gellt der erleichterte Ruf: "Er löst sich!" Aber nicht ganz. Eine Sockelkante steht noch auf. Also nochmal ruckeln, noch ein Seil, wieder sanft anziehen - dann schaukelt die Figur frei. Geschafft!

"Alle Zähne sind doch noch dran ..."

Sanft wird Rübelands Bär zu Boden gelassen und bestaunt. Risse sind deutlich zu sehen. Aber insgesamt sehe er besser aus als gedacht, heißt es. Die Teile sind noch fest, die Tatze schön geformt, alle Zähne noch dran. "Dabei wurde immer erzählt, ein Zahn sei weg", meinte jemand. Ein Märchen.

Behutsam wird der Koloss aufgeladen und in Sicherheit gebracht. In den nächsten Wochen soll er genau untersucht werden, ob eine Sanierung ratsam ist. "Auf jeden Fall", so sichert Ortsbürgermeister Uwe Anderfuhr zu, wird Rübeland seinen Bären behalten.

Ein Dank für das nicht einfache, aber geglückte Bergen der Figur an diesem Schlechtwetterabend geht an die Bergsicherung, die Fels-Werke und die Straßenmeisterei. Übrigens

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